Herzogenbuchsee
Bauen für 13 Millionen

Beim Bahnhof in Herzogenbuchsee entsteht ein neues Quartier. Die Ducksch + Anliker Architekten AG, Langenthal, hat ein Modell für die mögliche Nutzung erarbeitet. Die bestehenden Bauten sollen abgerissen werden, einzig das Käselager bleibt. Das Investitionsvolumen beträgt rund 13 Millionen Franken.

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Quartier beim Bahnhof Herzogenbuchsee

Quartier beim Bahnhof Herzogenbuchsee

Zur Verfügung gestellt

Irmgard Bayard

In der Gemeindeverwaltung Herzogenbuchsee liegt derzeit die Überbauungsordnung (UeO) «Bahnhofplatz» auf. Das in Absprache mit der kantonalen Denkmalpflege, der Baukommission sowie dem Gemeinderat abgesprochene Konzept wurde von der Ducksch + Anliker AG, Langenthal, entworfen. Es sieht vorwiegend drei- bis viergeschossige Wohnbauten vor. «Wie gross die Wohnungen werden, ist noch offen», sagt Projektleiter Markus Gerber. «Je nach Grösse werden es zwischen 40 und 50 Wohneinheiten.»

Der Zweck stehe ebenfalls noch nicht fest. «Vom konventionellen Wohnen über Alterswohnungen bis hin zum Betreuten Wohnen ist eigentlich alles möglich», so Gerber. Vorgesehen sind ein-, drei- und viergeschossige Bauten, zum Teil mit Attikageschossen. Eine gemischte Nutzung sei an dieser zentrumsnahen Lage sinnvoll, heisst es im Erläuterungsbericht zur UeO.

Ausgeschlossen ist eine publikums- und verkehrsintensive Nutzung. «Läden machen dort auch wenig Sinn», findet Gerber. Dies, weil das Areal in sich abgeschlossen ist, ein Laden also keine Laufkundschaft verzeichnen könnte.

Die Liegenschaft grenzt im Westen an die Lagerstrasse, im Süden an die Lorrainestrasse und umfasst total gut 5400 Quadratmeter. Für die Überbauung müssen die bestehenden Bauten - die meisten sind ungenutzt - abgebrochen werden.

Einzige Ausnahme: Das ehemalige Käselager der Emmental AG. Dieses wurde von der kantonalen Denkmalpflege als «erhaltenswert» eingestuft. Das erleichtere die Projektierung nicht, sagt Gerber.

Wie das Käselager künftig genutzt wird, ist ebenfalls noch offen. «Ich könnte mir aber zum Beispiel Therapieräume vorstellen, sofern Wohneinheiten für Senioren oder Betreutes Wohnen entstehen», gibt Gerber Beispiele. Vom Abbruch nicht betroffen, weil ausserhalb des Areals, ist die Villa in der Ecke Lager-/Bahnhofstrasse.

Erschliessung ab Oberhardstrasse

Die Erschliessung erfolgt ab der Oberstrasse über die bereits bestehende Zufahrt. Diese führt einerseits zur Rampe der Einstellhalle und andererseits zu oberirdischen Parkplätzen für Besucher. Die arealinternen Fusswegverbindungen erlauben eine Begehung der ganzen Überbauung und stellen die Anbindung an die angrenzenden Trottoirs an der Bahnhof- und der Oberstrasse sicher.

Aufgrund der annähernd geschlossenen Bauweise entlang der Lager- und der Lorrainestrasse entsteht ein grosszügiger Hofbereich. Darin sind gemäss Bericht pavillonähnliche, eingeschossige Bauten vorgesehen.

Hinter dem Käselagerhaus wird eine zusammenhängende Rasenspielfläche angeboten, wie dies vom Gesetz vorgeschrieben ist. Mit einer vielfältigen und abwechslungsreichen Gestaltung des Innenhofes will man zudem einen Treffpunkt für Jung und Alt schaffen.

Verkaufen oder vermieten

Die Liegenschaft südwestlich des Bahnhofplatzes wurde im Oktober 2006 von der einfachen Gesellschaft «Bahnhofplatz» von der Emmental AG, Zollikofen, gekauft. Die finanzielle Investition beträgt gemäss Gerber inklusive Land zirka 13 Millionen Franken. Ob die Wohneinheiten vermietet oder verkauft werden, steht noch nicht fest.

Gemäss dem Buchser Bauverwalter Roland Juen bilden die Bauten entlang der Lagerstrasse einen so genannten Siedlungsrand. Das heisst, auf dieser Seite werden die nicht wohnrelevanten Bereiche erstellt.

Start auf Frühjahr 2010 geplant

Eine Mitwirkung hat bereits stattgefunden. Die UeO «Bahnhofplatz», inklusive Bericht, liegen noch bis zum 8. Mai in der Gemeindeverwaltung Herzogenbuchsee öffentlich auf.

Sie soll gemäss Juen an der Juni-Gemeindeversammlung zur Abstimmung gebracht werden. Und allfällige Einsprachen? «Diese werden wir vorher behandeln», so Juen. Bau respektive Rückbau sind für das Frühjahr 2010 vorgesehen.