Regenrückhaltebecken

Baubeginn für Regenklärbecken

Dieser Tage wurde mit dem Bau des Regenrückhaltebeckens in Zuzgen begonnen. Es ist eines von vier Becken, die im Rahmen des Generellen Entwässerungsplans (GEP) im Möhlintal erstellt werden müssen.

Lilly-Anne Brugger

Momentan wird im Möhlintal zwischen Zuzgen und Zeiningen fleissig gebaut. Etwa 100 Meter vom Zuzger Dorfende entfernt wurde in der vergangenen Woche eine grosse Grube ausgehoben. Doch hier entsteht nicht ein neues Freibad für das Möhlintal, sondern ein 100 Kubikmeter grosses Regenklärbecken. Es ist eines von vier Becken dieser Art, die im Rahmen des Generellen Entwässerungsplans (GEP) für das Möhlintal vorgesehen sind.

Regenbecken entlastet Kläranlage

Die Regenklärbecken im Möhlintal sollen die Kanalisation und die Kläranlage von Möhlin entlasten. «Bei Regen führt die Kanalisation etwa 100- mal mehr Wasser als in einer Trockenperiode», erklärt Fritz Freiermuth vom Ingenieurbüro Aegerter und Bosshardt. Er ist für die Planung des Rückhaltebeckens in Zuzgen zuständig. Würde in Regenzeiten alles Abwasser nach Möhlin in die Kläranlage geleitet, müssten die Kanalisationsrohre ab Zuzgen oder Zeiningen unglaublich grosse Durchmesser haben - ausserdem wäre die Kläranlage in Möhlin mit den grossen Wassermassen überfordert.

Dank der Regenklärbecken sei dies nun nicht der Fall, sagt Freiermuth, denn in diesen Becken werde das Abwasser vorgeklärt und laufe danach teilweise in den Möhlinbach. Stark verschmutztes Wasser bleibt jedoch im Regenklärbecken zurück und wird, wenn das Wetter wieder trockener ist, in die Kläranlage in Möhlin gepumpt.

Schon bisher lief ein Teil des Abwassers bei Regenzeiten in den Möhlinbach. Die Kanalisation konnte nicht alles Abwasser schlucken, weil auch das gesamte Regenwasser in die Kanalisation geleitet wird. Langfristig sieht deshalb der GEP eine Unterteilung das Abwasser in Sauber- und Schmutzwasser vor. Dann soll das Sauberwasser - Sickerwasser und Wasser von den Dächern - direkt in den Möhlinbach geleitet werden.

Das Schmutzwasser - neben dem Abwasser aus den Häusern auch Abwasser von Vorplätzen und Strassen - gelangt jedoch auch weiterhin in die Regenrückhaltebecken. Bis zur vollständigen Umsetzung dieser Trennung wird es noch einige Jahre dauern. Die Kanalisation wird bei Strassensanierungen auf Systeme mit zwei Rohren umgerüstet.

Dasselbe gilt bei Häusern: Neubauten müssen bereits jetzt zwischen Sauber- und Schmutzwasser unterscheiden, bei alten Häusern wird diese Unterscheidung bei der nächsten Sanierung fällig. Doch auch wenn Schmutz- und Sauberwasser getrennt werden, die Regenrückhaltebecken werden nach wie vor nötig sein. Denn bei Regenwetter wird die Kanalisation auch weiterhin an ihre Grenzen kommen.

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