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Basler Zolli: Neues Gehege für Gorillas & Co

Der Basler Zolli erneuert sich laufend. Anlage um Anlage wird den neuesten Erkenntnissen angepasst. Das nächste grosse Projekt betrifft die Anlage für die Menschenaffen.

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bz Basellandschaftliche Zeitung

Esther Jundt

Hohe Profilstangen in den Anlagen des Basler Zollis sind die Vorboten des nächsten grossen Projektes: Für die Menschenaffen werden «Neue Erlebniswelten» erstellt. Mit dem Bau soll im nächsten Frühjahr gestartet werden. Geplant ist eine Parklandschaft mit fünf Aussenanlagen für Schimpansen, Orang-Utans und Gorillas.

Die Affen, die bisher nur auf geschützten Balkonen die Aussenwelt wahrnehmen, sollen künftig Wind, Regen, Schnee und Sonnenstrahlen spüren können. Die Tiere erhalten zudem in den Anlagen unterschiedlich hohe Kletterbäume. Diese werden ergänzt mit Seilinstallationen, damit sich die Tiere je nach Lust und Laune bewegen können. Am Boden wird Gras wachsen und es wird Orte mit Sand, Erde und Wasser geben. «Unsere Affen werden das Gras wachsen hören», heisst es in einem Prospekt zum geplanten Neubau.

Zolli-Projektleiterin Heidi Rodel sagte im Gespräch mit der bz, dass es aber nicht möglich sein wird, Büsche oder Bäume in die Anlagen zu pflanzen. Die Affen würden sehr schnell alles auffressen. Einige Zoos würden deshalb die grossen Pflanzen mit einer Elektroumzäunung schützen. Das entspreche aber nicht der Philosophie des Basler Zollis.

Abgegrenzt werden die Aussenanlagen durch Netze. Mit einem Innennetz soll verhindert werden, dass die Affen ausbrechen können. Zudem werden in einigen Bereichen bis zu 16 Meter hohe Aussennetze gespannt. An diesen werden Kletterpflanzen wachsen. Sie sollen eine «Dschungelatmosphäre» vermitteln, wie Rodel sagte. Um die fünf Aussenanlagen wird wieder eine Parklandschaft mit hohen Bäumen angelegt. Die Besucher werden auf Wegen an die Anlagen geführt.

Die fünf Aussenanlagen beanspruchen eine Fläche von rund 2000 Quadratmetern. Dazu werden drei bisherige Bärenanlagen - mit Ausnahme des Geheges der Malaien-Bären - abgerissen. Die Javaneraffen müssen in den Sautergarten umziehen.

Mit dem Bau der Aussenanlagen wird auch das über 40-jährige Affenhaus saniert und erweitert. Der für die Affen bestimmte «Wohnteil» wird von 350 auf 700 Quadratmeter verdoppelt. Die Gestaltung werde den Bedürfnissen der Tiere angepasst, sagte Rodel. Die Gehege werden mehr in die Tiefe und in die Höhe ausgedehnt. Durch die Vergrösserung der Dachfenster erhalten die Affen mehr natürliches Licht. Alle Fenster erhalten zeitgemässe Isoliergläser. Damit gehören die zum Teil trüben Fenster im Besuchertrakt der Vergangenheit an. Dieser bleibt in seiner Grösse grundsätzlich gleich, wird aber modernisiert. Das gesamte Neubauprojekt kostet rund 28 Millionen Franken.

Die Bauarbeiten werden zwei Jahre dauern. Der Lärm kann den sensiblen Menschen- und Kleinaffen nicht zugemutet werden. Deshalb müssen sie vorübergehend ausziehen. Die Orang-Utans werden im Zoo in Gelsenkirchen eine neue Unterkunft erhalten. Dort werden sie rund ein Jahr bleiben. Die Zolli-Verantwortlichen hoffen, dass in dieser Zeit eine gute Gruppe für Basel zusammenwächst.

Für die Unterbringung der Schimpansen und Gorillas sind noch keine Verträge unterschrieben. Die Tiere werden voraussichtlich bis Mitte 2011 auswärts leben. Dann soll das sanierte Affenhaus fertiggestellt sein. Die gesamte Menschenaffen-Aussenanlage kann voraussichtlich im Sommer 2012 eingeweiht werden.

Weitere Bauprojekte im Zolli sind absehbar: Das Betriebsgebäude mit Futterküche, Tierarztpraxis, Lagerräumen, Garderoben der Tierpfleger und Werkstätten, muss saniert werden. Zudem wird eine Vorstudie für die Erneuerung der Elefantenanlage erstellt. Das sei nach den Menschenaffen das nächste grosse Projekt, sagte Rodel.

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