Basel
Basler Pub-Wirt unter Verdacht

Brendan McGuiness, Besitzer des irischen Pubs an der Elisabethenstrasse in Basel, soll Gelder der von ihm gegründeten «Manuela Riedo Foundation» veruntreut haben. Die 17-jährige Manuela Riedo aus Hinterkappelen wurde im Oktober 2007 im irischen Galway vergewaltigt und ermordet.

Drucken
Teilen
Manuela Riedo

Manuela Riedo

Keystone

Bea Asper

Nachdem die 17-jährige Sprachschülerin Manuela Riedo aus Hinterkappelen im Oktober 2007 im irischen Galway vergewaltigt und ermordet worden war, rief der Besitzer des irischen Pubs an der Elisabethenstrasse in Basel, Brendan McGuinness, im Sommer 2009 die «Manuela Riedo Foundation» ins Leben. Die Eltern des Opfers, Hans-Peter und Arlette Riedo, kannten den irischen Pubbesitzer nicht, schenkten ihm aber ihr Vertrauen. Sie sind Präsident und Vizepräsidentin der Stiftung.

Mittlerweile ist das Vertrauen erschüttert. Die Riedos warten immer noch auf die 50000 Franken, die McGuiness versprochen hatte in die Stiftung einzubringen. Ebenfalls ausstehend sind Gelder aus einem Konzert, welches McGuinness im Namen der Foundation in seinem Pub durchführte. McGuinness reagiere nicht mehr auf ihre telefonischen oder schriftlichen Anfragen, sagt Arlette Riedo. Sie befürchtet, dass McGuiness Gelder veruntreut haben könnte. Auf dem Stiftungskonto befinden sich 4373,61 Franken, dabei sollten es mit dem Sponsoring durch eine Brauerei und dem Erlös aus Benefiz-Konzerten 300 000 Franken sein.

McGuiness weist Vorwürfe zurück

Der Versuch einer Aussprache, wie Anwalt Bernhard Christen (er war bei der Stiftungsgründung dabei) vorschlug, sei fehlgeschlagen, weil McGuinness nicht erschienen sei, so Riedo. Brendan McGuinness hat in irischen Medien die Vorwürfe zurückgewiesen und für Ende März angekündigt, alle Zahlen offen zu legen. Für diese Zeitung war er für eine Stellungnahme nicht erreichbar . Ob es tatsächlich Unregelmässigkeiten gibt, kann Stiftungsrevisor Philippe Devaud noch nicht sagen: «Der Revisionsstelle liegen noch keinerlei Unterlagen vor - und die Frist, diese einzureichen, ist noch nicht verstrichen.»

Würden in den nächsten Wochen Fehler aufgedeckt, werde der Stiftungsrat angehalten, bei den kantonalen Behörden als Aufsichtsorgan von Stiftungen, Alarm zu schlagen. Arlette Riedo tut sich schwer damit, die Behörden einzuschalten. Aus Kostengründen hat sie bisher auch keinen Anwalt engagiert. «Ich hoffe noch immer auf eine einvernehmliche Lösung, auf ein klärendes Gespräch mit Brendan McGuinness.» Riedo sieht den Auslöser des Streits darin, dass McGuinness die Benefizkonzerte ausschliesslich in seinem Pub durchführen wollte. Eines in Galway versuchte er zu verhindern.

Aktuelle Nachrichten