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Basler Bauschutt für den Jura

WWF wehrt sich gegen geplante Bauschutt-Deponie im jurassischen Soyhières. Gewarnt wird vor zusätzlichem Lastwagenverkehr durchs Laufental.

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Basler Bauschutt für den Jura

Basler Bauschutt für den Jura

Bea Asper

«Sollte die in Soyhières geplante Deponie im Jahre 2012 ihren Betrieb aufnehmen, werden täglich 40 bis 50 zusätzliche Lastwagen durch das Laufental rollen», sagt Philippe Riat vom WWF Jura. Gemäss seinen Informationen, die der WWF gestern an einer Pressekonferenz streute, sollen 75 Prozent des im Jura abzuladenden Bauschuttes aus der Nordwestschweiz angekarrt kommen.

Doch das sei den Durchgangsgemeinden natürlich nicht so kommuniziert worden. Ausserdem hätten die Laufentaler Gemeinden und der Kanton Baselland kaum ein Mitspracherecht, da die Deponie in die Zuständigkeit des Kantons Jura fällt.

Die Profiteure der Deponie würden Röstigraben und die unterschiedlichen Amtssprachen bewusst nutzen für eine «Informations-Verschleierungstaktik». Das wollen der WWF und ein Komitee nun ändern. Noch habe man Gelegenheit dazu, es sei noch nichts beschlossen, sagt Riat. Der beim Kanton projektierte Spezialplan ist noch in Arbeit und das Stimmvolk wurde noch nicht gefragt.

Für Riat ist der gewählte Standort der Deponie auf der grünen Wiese im idyllischen, kleinen Tal eingangs Soyhières nicht nachvollziehbar, ebenso wenig die 18-jährige Betriebsdauer und die enorme Grösse von einer Million Kubikmetern. Störend sei auch, dass die Erschliessung über die Strasse und nicht per Bahn erfolgen soll. Ausserdem befindet sich das Gebiet nahe der Birs, die bekanntlich bereits einen zu hohen PCB-Wert aufweise und damit den Fischen das Leben schwer macht. «An bestimmten Stellen sind die erlaubten Werte mehr als sechs Mal überschritten», sagt Riat und ergänzt: «Und für Sanierungsmassnahmen fehlt wie immer das Geld».

Schlechte Erfahrung mit Deponien

Soyhières habe auf jeden Fall schon genügend Altlasten. Das Dorf sei umgeben von alten, unkontrollierten, wilden Deponien. Gerade im Jura wisse man doch aus Erfahrung, so hebt Riat hervor und verweist auf die Deponie von Bonfol (die derzeit für 300 Millionen Franken von Abfällen der Basler Chemie befreit werden muss), «dass es keine Deponie gibt, die nicht irgendwann, irgendwo doch ein Leck hat».

In Soyhières sollen zwar keine Chemieabfälle deponiert werden, sondern Bauschutt, der aber Asbest oder andere giftige Stoffe enthalten kann. Niemand könne ausschliessen, dass die Giftstoffe nicht doch in die Luft oder Gewässer gelangen, halten die Mitglieder des Komitees fest. Für die betroffene Bevölkerung steige damit das Risiko, an Krebs zu erkranken.

Ausserdem sei damit zu rechnen, dass die Immobilienpreise zusammenfallen, schreibt das Komitee, bestehend aus Dorfeinwohnern, in einem offenen Brief an die Behörden des Kantons Jura. Die engagierten Gegner der Deponie sind fest entschlossen, den «Abfall-Tourismus» zu verhindern – man werde bis vor Bundesgericht gehen.

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