Schweinegrippe hält Baselbieter Freiwillige nicht auf. Sie fahren trotzdem nach Rumänien
Baselbieter Freiwillige fahren trotz Schweinegrippe nach Rumänien

Die Baselbieter Rumäniengruppe reist nun doch nach Rumänien. Der Haken: Die Teilnehmer müssen 500 Franken der Reisegebühren selber bezahlen.

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Rumänien

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bz Basellandschaftliche Zeitung

Tagelang war die Rumäniengruppe der Jugendseelsorge der römisch-katholischen Kirche Liestal hin- und hergerissen. Am Sonntagabend hat sie definitiv entschieden: Sie fliegt heute Dienstag nach Rumänien. Allerdings nehmen an der Reise nur sieben der einst 17 vorgesehenen Jugendlichen teil. Mit von der Partie sind ausserdem der Jugendseelsorger Thierry Moosbrugger und seine Co-Leiterin Nicole Wiegand.

Seit 12 Jahren reist die Gruppe im Sommer nach Verseni, in den ärmsten Teil Rumäniens, um dort mit Heimkindern ein Ferienprogramm durchzuführen. Dieses Jahr haben aber die rumänischen Behörden aus Angst vor der Schweinegrippe jeglichen Einsatz von ausländischen Freiwilligen im Nordosten des Landes verboten. Nach Erhalt der schlechten Nachricht blieben den jungen Helfern zwei Möglichkeiten: der Kampf um die Rückerstattung der Fluggebühren oder der Besuch anderer Orte in Rumänien (siehe bz vom Samstag).
Da die Chance gleich null ist, dass die Fluggesellschaft Swiss oder die Reiseversicherung Elvia die 14 000 Franken für die Flugtickets zurückerstattet, reist ein Teil der Gruppe nun trotzdem nach Rumänien. «Es war ein harter Entscheid, der viele Abklärungen benötigt hat», sagt Thierry Moosbrugger. Immer wieder habe er mit der Schweizer sowie der rumänischen Botschaft, dem Reisebüro, dem Heimleiter von Verseni und den Gruppenmitgliedern telefoniert. «Schliesslich habe die Abenteuerlust gesiegt.»

Die Reise hat aber einige Haken. So können nur diejenigen daran teilnehmen, die auch bereit sind, 500 Franken aus der eigenen Tasche zu bezahlen. Denn das erarbeitete Ersatzprogramm mit Besichtigung von Spitälern, Schulen und anderen sozialen Institutionen im zentral gelegenen Brasov und im nördlichen Vatra Dornei ist teurer als der Einsatz in Verseni. Deshalb mussten einige der Gruppenmitglieder auf die Reise verzichten.
Auch ist die geplante Begegnung mit der Regierung von Iasi erst gegen Ende des Aufenthaltes möglich - wenn überhaupt. Denn die Behörden wollen die Baselbieter Jugendlichen nur dann treffen, wenn die Inkubationszeit für die Schweinegrippe wirklich abgelaufen ist. «Das Treffen mit der Regierung ist uns wichtig, da sie uns jeweils die Erlaubnis für unseren Einsatz in Verseni erteilt», erklärt Moosbrugger. Ein gegenseitiges Kennenlernen könne helfen, die Beziehung zwischen der Rumäniengruppe und den rumänischen Behörden zu stärken.
Das fehlende Geld war aber nicht bei allen Gruppenmitgliedern, die nun zu Hause bleiben, der Grund für den Verzicht. Für einige sei mit dem Besuch sozialer Einrichtungen in anderen Regionen das gewünschte Ziel nicht erreicht, zumal sie sich auf die Arbeit in Verseni eingestellt hatten, so Moosbrugger. Doch nicht alle sehen dies so: Alessia Ramseyer freut sich sehr auf den Aufenthalt. Die 21-jährige Medizinstudentin fährt zum vierten Mal nach Rumänien. «Das Kennenlernen anderer Regionen und Kulturen ist eine wichtige Erfahrung, die wir später in unser Kinderprojekt in Verseni einfliessen lassen können.»

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