Basel

Basel verzeichnet einen neuen Logiernächte-Rekord im Juni – dank der ausländischen Gästen

Auch Kulturanlässe wie die ART Basel wirken sich positiv auf die Anzahl Logiernächte aus.

Logiernächte Basel

Auch Kulturanlässe wie die ART Basel wirken sich positiv auf die Anzahl Logiernächte aus.

Das Erstaunliche am neuen Rekord: Das Ergebnis ist noch viel besser ausgefallen als im Euro-Monat Juni 2008.

Die vom Statistischen Amt verbreitete Nachricht löste natürlich Freude aus. «Das ist ganz toll, ich freue mich sehr für diese Branche», sagte Regierungsrat Christoph Brutschin, der oberste Schirmherr des Tourismus im Kanton Basel-Stadt, zur bz. Ebenso grosse Freude herrscht bei Basel Tourismus: «Wir sind positiv überrascht», meinte Daniel Egloff, der Direktor von Basel Tourismus strahlend.

Die Zahlen sind tatsächlich ausgezeichnet. Insgesamt wurden im Juni 96 165 Übernachtungen registriert, das sind 3053 mehr als im Juni 2008. Und das ist das Erstaunliche: Im Juni 2008 hatte Basel als einzige der vier Austragungsstädte der Euro 2008 eine Zunahme der Logiernächte verzeichnet, nämlich 4,3 Prozent mehr, während die Städte Bern, Zürich und Genf alle einen Rückgang hinnehmen mussten.

Die Kunststadt lockt
Die neuerliche Zunahme an Logiernächten beruht auf einer stark erhöhten Nachfrage von ausländischen Gästen. Denn aus dem Ausland wurden in Basel 71 857 Übernachtungen gebucht, das heisst 3667 oder 5,4 Prozent mehr als im Vorjahres-Juni. Dass dem so war, dürfte auf die verschiedenen Kunst-Aktivitäten zurückzuführen sein, also auf die internationale Kunstmesse ART, die Vincent van Gogh-Ausstellung im Kunstmuseum und die Alberto Giacometti-Ausstellung in der Fondation Beyeler. Die inländische Nachfrage lag bei 24 308 Nächten und damit leicht unter dem Juni 2008. Zwar seien gut 10 Prozent mehr Gäste aus der Schweiz gekommen, doch seien diese weniger lange geblieben, weshalb sich eine Abnahme der Logiernächte in diesem Bereich ergab (um 614 oder 2,5 Prozent).

Die erfreulichen Zahlen schreibt Tourismus-Direktor Daniel Egloff den erwähnten Grossereignissen zu, aber nicht nur. «ART, van Gogh und Giacometti stellen zweifellos einen sehr guten Mix dar», meinte Egloff zur bz. Er denke aber auch an die Fluggesellschaften, die in Basel tätig sind, die Low-Cost-Carriers und die Swiss: Diese seien immer noch sehr aktiv und hätten trotz der Krise noch keine starken Einschränkungen hinnehmen müssen, sagte er. Egloff sieht überdies auch einen Trend zu mehr Nah-Reisen und weniger Übersee-Trips.

Noch keine Trendwende
Der Chef von Basel Tourismus warnt aber auch vor übertriebener Euphorie. «Der Juni 2008 war mit der Euro 2008 eine Ausnahme-Situation, mit den laufenden kulturellen Grossereignissen haben wir wieder einen speziellen Monat. Das dürfen wir nicht automatisch so verstehen, dass es immer weiter aufwärts geht», kommentierte Egloff. Aus der Hotellerie sei nicht nur Gutes zu hören, den Juni-Zahlen zum Trotz. Den erneuten Rekord an Logiernächten betrachtet er deshalb als sommerliche Erholung und nicht etwa als Trendwende.

Das stärkste Wachstum bei den Übernachtungen wurde bei den Gästen aus den USA festgestellt: 12 543 kamen, 3763 oder 42,9 Prozent mehr als im Juni des Vorjahres. Weiterhin stark gefragt sind die Basler Hotels bei den Deutschen, dem wichtigsten Markt der Basler Hotellerie (plus 1537 oder 10,2 %). Hohe Zuwachsraten gab es bei Franzosen (plus 992 oder 22,8 %), Italienern (plus 856 oder 27 %) und Spaniern (plus 594 oder 30,2 %).

Holländer lieben Basel immer noch
Von den Euro-Gastnationen erreichte keine das Niveau des Vorjahres wieder. Am stärksten ging die Übernachtungszahl der Holländer zurück, um 2865 oder 51,8 Prozent. Allerdings waren letztes Jahr im Vergleich zu 2007 3246 oder 141,9 Prozent mehr Oranjes nach Basel gekommen. Die Zahlen der übrigen Gastnationen: Portugal -1178 (-77,6 %), Österreich -754 (-31,2 %); Türkei -625 (-46,3 %), Russland -529 (-45,6 %), Tschechien -410 (-60,4 %).

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