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«Bären»-Wirt hört Ende Jahr auf

Ende Jahr schliesst der langjährige Wirt Kurt Burger das Spezialitätenrestaurant Bären in Rupperswil. Das Hotel Garni mit zehn Gästezimmern führt er weiter, bis er einen Käufer gefunden hat.

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Aargauer Zeitung

Irena Jurinak

Fast 40 Jahre lang führte Kurt Burger den «Gasthof zum Bären» in Rupperswil. Nun will der 65-Jährige Gastwirt sich zur Ruhe setzen und schliesst

Ende Jahr das Restaurant. Bis er einen Käufer für die Liegenschaft, zu der auch acht vermietete Studios gehören, gefunden hat, führt er das Hotel mit zehn Zimmern als Garni weiter. Den Betrieb komplett schliessen will Burger trotz Ruhestand nicht. «Das Hotel läuft sehr gut, die Zimmer sind von Geschäftsleuten oder Monteuren gut ausgebucht.»

Seit vier Generationen ist der «Bären» an der Aarauerstrasse im Besitz der Familie Burger, bereits Kurt Burgers Vater und Grossvater wirteten hier. Zum ersten Mal urkundlich erwähnt wurde der «Bären» im Jahre 1696, das Gebäude steht unter Heimatschutz. Kurt Burger übernahm den Gasthof vor 37 Jahren von seinen Eltern. Anfang der 90er-Jahre erweiterte er das Haus um zehn moderne Gästezimmer mit eigenem Bad und acht Studios in einem Anbau.

Nicht noch eine Pizzeria

Bekannt wurde der «Bären» unter anderem aufgrund der asiatischen Spezialitäten auf der Speisekarte. Bevor Kurt Burger das Restaurant übernahm, arbeitete er als Koch in Hotels auf der ganzen Welt. Im «Bären» servierte er gut bürgerliche Küche, traditionelle Schweizer und europäische Spezialitäten und Exotisches aus Indonesien, Thailand, Japan, Hongkong oder China. «Bei mir gab es nicht nur Schnipo, sondern auch Crevetten.»

Trotz intensiver Suche sei es bisher nicht gelungen einen Nachfolger oder Käufer zu finden. Klar ist für Kurt Burger, dass aus dem «Bären» nicht noch eine Pizzeria oder ein Kebab-Stand werden soll. Man sei bemüht, einen geeigneten Gastwirt zu finden. «Am besten wäre jemand, der den ‹Bären› weiter als Hotel und Restaurant betreibt.» Nachfolger aus seiner Familie gibt es keine. Burgers Söhne hatte andere Zukunftsträume: Der eine ist in die USA ausgewandert und arbeitet dort als Basketballtrainer und Journalist, der andere ist Choreograf bei DJ Bobo.

Sowohl der Stammtisch als auch das Spezialitätenrestaurant liegen dem Wirt, der eigentlich seit einem halben Jahr im Ruhestand wäre, am Herzen. «Es wäre schön, wenn diese ‹Bären›-Kultur erhalten bliebe.» Sein Restaurant sei auch Treffpunkt vieler Rupperswiler Vereine gewesen.

«Das kannst Du nicht machen, wohin gehen wir dann?», hätten viele seiner Gäste zu ihm gesagt, als er ihnen eröffnete, dass er das Restaurant schliesse. «Mir ist bewusst, dass eine Rupperswiler Institution zugeht, aber ich kann nicht arbeiten, bis ich vom Stängel falle. Andere Kollegen sind längst pensioniert.»

Burger erinnert sich an schöne Zeiten. «Aber es war auch ein Chrampf.» Oft arbeitete er 14 bis 16 Stunden pro Tag. Morgens um halb sieben musste das Frühstück für die Hotelgäste auf dem Tisch stehen, abends stand der Wirt dann bis elf Uhr in der Küche. In Zukunft möchte Kurt Burger kürzer- treten und mit seiner Partnerin reisen. Das Restaurant Bären hat noch bis 28. Dezember geöffnet.