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bandXaargau: Am überzeugendsten rockts in Baden

Der diesjährige Nachwuchswettbewerb bandXaargau ist Geschichte, die Siegerband heisst Who’s Panda und kommt aus Baden.

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Daniel Vizentini

Der Saal im Kulturlokal KiFF in Aarau ist prall gefüllt, die jungen Zuschauer fiebern laut mit, tanzen zu heiterer Funk-Musik, lassen sich mitreissen. Auf der Bühne spielen vier junge Männer in schwarzen Anzügen, angeführt von Sängerin Fabienne Hubschmid. Die Band heisst Dow Jones und ihre Musik macht Freude. Sie spielen als erster der vier Finalisten um den Preis als beste aargauische Nachwuchsband des Jahres, und zu diesem Zeitpunkt sehen sie bereits wie die sicheren Sieger aus.

Doch wurde die Messlatte gleich zu Beginn hoch gesetzt, hielt das Niveau auch bei den anderen Bands durch. So überraschte es nicht, dass am Schluss der Sieger nicht Dow Jones hiess, sondern Who’s Panda. Zum zweiten Mal in Folge geht der Preis der besten Nachwuchsband nach Baden. Dieses Mal an eine Indie-Rock-Band, deren Sieg sehr mit dem energischen Auftritt von Leadsängers Valentino Scussel zusammenhängt. Es sei gerade diese «eigene Handschrift» von Who’s Panda, welche die Jury zu überzeugen vermochte. Das mache den Unterschied aus an einem Wettbewerb, in dem alle Bands auf sehr hohem musikalischen Niveau gespielt haben, so Jurymitglied Oliver Miescher.

Auf Tour durch die Klubs

Bei der Entscheidung schwingt auch der Gedanke mit, wem der Sieg am meisten bringt. Die Siegerband erhält ein professionelles Coaching geschenkt und darf anschliessend auf Konzerttour gehen durch die Aargauer Klubs. Eine Band zu unterstützen, die bereits heute einen eigenen Charakter aufweist, scheint einleuchtend. Kräftige Gitarrenriffs, solide Basslines, intelligente Melodien und ein Sänger, der sich die Seele aus dem Leib schreit – manchmal auch etwas zu viel –, machen die siegreiche Musik von Who’s Panda aus. Dow Jones gingen aber nicht leer aus, sondern erhielten den Spezialpreis (eine Art besserer Trostpreis): Sie sind gebucht für einen Auftritt am Open Air Gränichen Ende
August.

Zwei weitere Bands führten an diesem Abend ihre Musik vor, und beide sollte man in Zukunft im Auge behalten. Brokensystem stehen für energischen Hardcore-Rock. Sie positionieren sich weit ab von den üblichen «Drei-Akkorde-Rockbands». Ihre Musik ist solid, kreativ und hart zugleich. Auch hier überraschte die Musik durch ihre Qualität, trotz dem jungen Alter. Alle Musiker, die an diesem Abend aufgetreten sind, haben etwa gerade einmal das 19.Lebensjahr erreicht. Als letzter Finalist trat Rapper Stego auf. Er war die kontroverseste Figur des Abends. Seine Botschaft zielt – völlig im Gegenwind zu den üblichen Predigten von Sex und Gangstertum vieler Hip-Hop-Bands – auf das Gewissen seiner Mitmenschen. Man solle sein Leben nicht verschwenden, sondern seine Energie positiv nutzen, tat er dem Publikum kund und fuhr fort: «Snöchschte Lied gaht a min ‹homeboy› Jesus Christus.»

Es war ein mutiger Auftritt von Stego, der zum ersten Mal vor nicht gleich gesinntem Publikum diese Botschaften preisgab. Wie er sagte, kann er gar nicht anders, denn es sei «eine Energie, die tief in ihm verwurzelt ist».