Ballys Pfahlbaudorf lebt wieder

Ein Team zieht im Schönenwerder Bally-Park mit seiner Handarbeit momentan viele Blicke auf sich. Mitten in einem Weiher rekonstruiert es die fünf vor etwa 120 Jahren gebauten Pfahlbauhütten, die im August 2007 vom Aare-Hochwasser weggeschwemmt worden sind.

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Aargauer Zeitung

Heinz Fröhlich

Auf den ersten Blick sehen die neuen Pfahlbauten gleich aus wie die 2007 zerstörten. Im Detail sind sie aber etwas anders als diejenigen, die sich um 1889 die Bally-Familie als Attraktion ihres Parks bauen liess, sagt Markus Sommer. Der 50-jährige Guggisberger Sommer ist der «planerische und handwerkliche Vater» der Rekonstruktion der vom Aarewasser weggespülten Schönenwerder Pfahlbauhütten. Eigentlich ist er Lehrer, aber schon seit Jahren wirkt er als kreativer Hüttenbauer.

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Schilf aus Holland wird verbaut

Jede der fünf mit Baumstämmen und Ästen gezimmerten Hütten ist rund 2,5 mal 4 Meter gross. Ihre Wände sind aus mit Sand gestrecktem Gettnauer Opalinuslehm geformt und innen mit Haselgeflecht stabilisiert. Gedeckt sind die imitierten Pfahlbauten nicht mit Roggenstroh, wie manche Passanten glauben. Es ist vielmehr Schilf, importiert aus Holland.

Damit wurden insgesamt 108 Quadratmeter Dach gedeckt, schätzt Sommer. Auch wegen ihres stufenförmigen Schnitts sind einige der jetzigen Schilfdächer optisch dekorativer als jene, die 1989 renoviert worden waren, meint Ulrich Glättli. Er ist der Präsident der Betriebskommission des Bally-Parkes. Eigentümer sind die Gemeinden Schönenwerd, Gretzenbach und Niedergösgen. Sie haben den Garten der einst weltbekannten Bally-Schuhfabrik am 4. Juli 2001 von der Unaxis Holding AG geschenkt erhalten.

Eingeweiht werden die fünf neu konzipierten Pfahlbauhütten am 15. Mai. Wie hoch die Rechnung für die Rekonstruktion sein wird, ist noch ein Fragezeichen. Um die 300 000 Franken, vermutet Präsident Glättli. Die jetzige Rekonstruktion der alten Hütten ist mehr als nur ein optischer Nachbau. Um künftig Hochwassern besser standhalten zu können, wurde das aus armdi-cken Baumstämmen gezimmerte Fundament um vierzig Zentimeter höher platziert als das vom Hochwasser weggerissene. Zudem soll ein schützender Erdwall beim Aareufer geschüttet werden.

Die neuen Schönenwerder Pfahlbauhütten sollen nicht nur als optische Attraktion für die Parkwanderer dienen, sondern vermehrt auch Schulklassen ein Kapitel Menschheitsgeschichte greifbar präsentieren, nicht zuletzt im nächsten September am «Tag des Denkmals».

Wie die Hüttenbauer vor 3000 Jahren

Im Viererteam, das jetzt die Schönenwerder Pfahlhütten mit eigenen Händen nachgebaut hat, ist die Bernerin Nicole Sacher eine besondere Bauhelferin. Während ihrer offiziellen Arbeitszeit steuert sie nämlich in Bern die Aarefähre. Unübersehbar waren während der heissen Apriltage auch zwei der drei langhaarigen Herren des Quartetts. Sie arbeiteten beim Dachdecken fast splitternackt. So wie es die Hüttenbauer vor über 3000 Jahren schon taten.

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