Barbara Vogt

Im Juli fand der Spatenstich für das Wasserwirbelkraftwerk am Sägewerk an der Suhre statt. Seit zehn Tagen wirbelt die Suhre im Rotationsbecken herum, allerdings erst als Testversuch: Sobald der 1,7 Tonnen schwere Rotor eingebaut ist, wird die Anlage zirka Ende Oktober definitiv in Betrieb genommen.

«Das Kraftwerk hat eine nachhaltige Wirkung auf die Ökologie, Ökonomie und auf das Soziale», sagt der Präsident der Genossenschaft Wasserwirbelkraftwerke Schweiz, Claude Urbani, gestern bei einer Besichtigung an der Suhre. «Wir nutzen den Effekt der Natur, die Sauerstoffzufuhr des Wasserwirbels aktiviert die Selbstreinigungskräfte der Suhre. Das belebt den Fluss. Auch können sich Fische während des Betriebs durch die Anlage bewegen.»

Andere Kraftwerke geplant

Durch die einfache technische Ausrüstung kostet ein Wasserwirbelkraftwerk gut einen Drittel weniger als ein herkömmliches Wasserkraftwerk. Im Falle von Schöftland sind es laut Urbani 300 000 Franken; mit dem Betrag hat man gleichzeitig die Suhre renaturiert. Unter anderem realisierte der heimische Natur- und Vogelschutzverein ein Amphibienbecken und pflanzte Hecken.

Mit der Gründung einer Genossenschaft verleiht man dem Projekt einen sozialen Aspekt. Die Energiepioniere Andreas Steinmann und Heidi Zumbühl aus Schöftland riefen - nachdem sie auf ihrem Grundstück das Wasserwirbelprojekt geplant haben - die Genossenschaft Wasserwirbelwerke Schweiz ins Leben. Ihr Motto: «Ihre Vorsoge - unsere Umwelt».

Bereits 40 Leute gehören dieser Genossenschaft an, mit der Zeichnung von Anteilscheinen ermöglichen sie den Bau weiterer Anlagen in der Schweiz. «Je mehr Geld, desto mehr Kraftwerke», betont Urbani. Ökologische Stromerzeugung sei im Trend, der Bau von Wasserwirbelkraftwerken schaffe Arbeitsplätze und - noch viel wichtiger - die Schweiz würde unabhängiger von ausländischen Stromlieferanten sein.

Die «Wasserwirbelwerke Schweiz» hat klare Ziele: Bis 2014 will die Genossenschaft 30 Wasserwirbelkraftwerke an Schweizer Flüssen bauen. An der Töss, Wigger und Glatt bestehen bereits Pläne. «Das ist ein Generationenprojekt. Der Weg zur Konzession ist lang», so der Genossenschaftspräsident. Bis jetzt stehen erst in Österreich und in Indonesien Wasserwirbelkraftwerke.

Die Anlage Schöftland produziert jährlich 130 000 kWh Strom. Die Energie wird ins Elektrizitätswerk Schöftland eingespeist und mit 35 Rappen pro Kilowattstunde vergütet. Mit dieser Leistung versorge man gut und gerne 25 Haushalte, freut sich Claude Urbani.

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