Bahnhof Aarau: Nur Pinselrenovation unter den Gleisen

Wer meint, mit dem neuen Aarauer Bahnhof werde auch die Personenunterführung zum Bijou, irrt. Im Abschnitt unter den Gleisen beschränken sich die SBB auf eine Pinselrenovation.

Thomas Röthlin

«Auf der Südseite passiert eigentlich nichts», sagt Peter Mühlebach, Tiefbauchef im Stadtbauamt. Mühlebach zeigte der AZ den Plan für die Aufwertung der so genannten Personenunterführung Ost, des eigentlichen Schandflecks am Bahnhof Aarau.

Der nördliche Teil unter der Bahnhofstrasse, dem Bahnhofplatz und dem Bahnhofneubau wird saniert. Transit-Laden, Kiosk und «Bahnissimo» verschwinden aus der Halle am Nordende, die der Stadt gehört. Der anschliessende Korridor Richtung Süden soll links mit einer Lichtkunstinstallation dekoriert werden, rechts entstehen in den Kellerräumen der Bahnhofplatz Aarau AG, Eigentümerin dieses Abschnitts, neue Ladenlokale (siehe Text unten). Der Bodenbelag besteht neu aus einem graubraunen Gussasphalt, die Wände werden mit hellen Fliesen versehen.

Der Nordteil der Unterführung gehört zum Projekt Neugestaltung Bahnhofplatz mit Bushof. Die Aarauer bewilligten im Mai 2009 hierfür 15 Mio. Franken. Peter Mühlebach rechnet damit, dass die Sanierung zusammen mit dem Bahnhofneubau bis im Herbst fertig ist.

Geld lieber anders investieren

Nicht Bestandteil dieses Kredits ist die nächste Passage bei den Perronaufgängen. Eigentümerin SBB und die Stadt liessen verschiedene Sanierungsvarianten berechnen, die sich laut Mühlebach zwischen 100000 Franken und 1Million bewegen. Die SBB hätten die Minimalvariante gewählt: eine Pinselrenovation inklusive Bodenreinigung.

Warum machen die SBB ihren Abschnitt der Unterführung nur notdürftig zurecht? Roman Marti von der Medienstelle widerspricht: «Davon kann keine Rede sein. Die Unterführung erhält ein neues Farbkonzept, die Beleuchtung wird erweitert und diverse Automaten werden kundenfreundlich umplatziert.» Die gleichen «Aufwertungsarbeiten» würden auch in der kleineren Personenunterführung West vorgenommen.

Eine komplette Neugestaltung der Unterführung Ost hingegen dränge sich nicht auf, so Marti. «Die Bausubstanz ist tadellos.» Das Geld könne «anderswo im Bahnhof mit weitaus grösserem Nutzen für die Aarauerinnen und Aarauer» investiert werden. Der nördliche und der südliche Teil der Unterführung würden also künftig «unterschiedlich, aber sich ergänzend gestaltet sein».

Minimum an Einheitlichkeit

Der hinterste, südliche Abschnitt der Unterführung beim WSB-Bahnhof gehört wiederum der Stadt Aarau. Solange die SBB das aufwändigere Konzept im Nordteil nicht fortführten, habe es keinen Sinn, dieses nach dem Unterbruch im Mittelteil wieder aufzunehmen, sagt Peter Mühlebach. Dies, damit in der ästhetisch zweigeteilten Aarauer Bahnhofunterführung wenigstens ein Minimum an Einheitlichkeit herrscht.

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