Bahnhof Aarau

Bahnhof Aarau: Der Durchgang ist wieder offen

Die ersten Passanten gehen durch die Unterführung Ost.

Unterführung Bahnhof Aarau

Die ersten Passanten gehen durch die Unterführung Ost.

Sieben Wochen lang war die Unterführung Ost am Bahnhof Aarau gesperrt. Seit Samstag um 14 Uhr ist der Durchgang wieder offen – das freut 43 000 Pendler, die täglich hier vorbeikommen.

Deborah Balmer

Wer morgen Montag am Bahnhof Aarau ankommt, darf sich freuen. Die Unterführung Ost ist wieder offen. Doch nicht nur die Pendler freuts. Erleichtert zeigen sich auch die SBB. Dazu Marion Kittel vom Bahnreisezentrum in Aarau: «Jetzt gelangen auch Rollstuhlfahrer wieder problemlos auf die Postseite der Bahnhofstrasse». Beim Perron 1 lässt sich bequem der Lift benutzen und die Bahnhofstrasse anschliessend unterqueren, was vorher aufgrund der Sperrung nicht mehr möglich war: Mütter mit Kinderwagen, Menschen mit viel Gepäck oder eben Rollstuhlfahrer mussten zwangsläufig den Weg über die Strasse nehmen. Dies, obwohl hier ein Zebrastreifen fehlt. «Einmal habe ich persönlich die Warnweste angezogen und einem Rollstuhlfahrer über die Bahnhofstrasse geholfen», blickt Marion Kittel auf die letzten Wochen zurück.

Noch am Freitag haben die Arbeiter des Bauunternehmers Anliker mit vollem Einsatz an der Unterführung
gebaut: Eisenarmierungen ausgelegt und den Boden betoniert. Bereits einen Tag später ist der Boden trocken und für Passanten begehbar. Die Arbeiten konnten nur einen Tag später als geplant fertiggestellt werden, trotz Kälte und Schnee, der die Arbeiten laut den Verantwortlichen etwas erschwert hatte. Bei zu tiefen Minustemperaturen können Bauteams nämlich keine Betonarbeiten durchführen.

Auch Roman Marti von den SBB stellt fest, dass Bauen unter laufendem Bahnbetrieb immer eine Herausforderung darstellt. Schliesslich sollen die Passanten trotz reger Bautätigkeit möglichst ungehindert an ihr Ziel gelangen. «Gleichzeitig muss auch sichergestellt werden, dass die Aarauer innert nützlicher Frist ihren neuen Bahnhof erhalten.» In den letzten Wochen hätten laut Kittel jeden Tag Menschen am Schalter nachgefragt, wo es denn zu den Gleisen gehe. Vor allem solche, die nicht regelmässig Zug fahren. Doch: «Die meisten Pendler fanden sich schnell mit der neuen Situation zurecht.» Dazu beigetragen hätten auch Flyer, die die SBB verteilten.
Trotzdem hat die Sperrung für Verwirrung gesorgt: Fussgänger überschritten die Bahnhofstrasse zu Stosszeiten zu Dutzenden einfach so, Autofahrer mussten hier im Schritttempo fahren. So freut sich auch die Polizei über die neue Unterführung: «Wir hoffen, dass diese von möglichst vielen Personen benutzt wird», sagt Toni von Däniken von der Stadtpolizei.

Mit der Wiedereröffnung sind laut den SBB die grössten Einschränkungen vorbei. «Obwohl natürlich weiterhin gebaut wird und dies kleinere Umstellungen zur Folge hat», sagt Roman Marti. So auch bei der Unterführung selber. Denn ganz fertig gebaut ist diese noch nicht. Gebaut werden muss noch ein definitiver Bodenbelag - dafür wird der noch provisorische Abschnitt bei der Güterstrasse, der zwölf Meter lang und 1,5 bis 2 Meter breit ist, zwischendurch einfach wieder ein wenig schmaler. Auch die Wände und die Decke müssen hier noch gebaut werden. Doch was zählt, ist der offene Durchgang. So sieht es auch einer der ersten Passanten am Samstagnachmittag: «Endlich gibt es hier wieder Platz, die Rolltreppe war ja ein richtiges Nadelöhr.» Eine Passantin meint: «Es ist einfach viel angenehmer, hier unten durchzulaufen, als über den Platz.»

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