Bislang war der Lokführer der einzige Beschuldigte gewesen. Der Unglückszug fuhr am 24. Juli 2013 bei Santiago de Compostela in Galicien im Nordwesten Spaniens mit 192 Stundenkilometern in eine Kurve, in der nur Tempo 80 zugelassen war. Der Zug entgleiste, es gab 79 Tote und etwa 150 Verletzte.

Wie Richter Luis Aláez am Freitag mitteilte, waren Fehler der Sicherheitssysteme auf der Unglücksstrecke ein "inakzeptables Risiko", das "letztendlich eine Zugentgleisung mit katastrophalen Folgen" verursacht habe.

Die elf Beschuldigten waren alle zum Zeitpunkt der letzten Umgestaltung der Unglücksstrecke zwischen Santiago und Orense in eine Hochgeschwindigkeitslinie beim staatlichen Betreiber des Schienennetzes in leitenden Positionen tätig.

Unter den Betroffenen ist auch der frühere Adif-Chef Antonio González Marín. Sie alle sind zwischen dem 22. und 28. Mai zur Vernehmung vorgeladen worden. Adif habe das Leben aller Passagiere auf der Unglücksstrecke in Galicien aufs Spiel gesetzt, so Richter Aláez.

Der Ermittlungsrichter hatte bereits 2013 einige Bahnchefs zu Beschuldigten erklärt. Das Landgericht von La Coruña hob diese Entscheidung im November zwar auf, wandte sich aber nicht gegen weitere Ermittlungen. Gegen die ebenfalls staatliche Bahngesellschaft Renfe, die den Zugverkehr betreibt, wurden keine Ermittlungen aufgenommen.