In der Natur teilen sich Bär und Wolf den Lebensraum. Der Tierpark Goldau eröffnete deshalb im letzten Juni eine grosse Gemeinschaftsanlage. Seither leben die Raubtiere als Nachbarn in verschiedenen Sektoren. In den vergangenen Monaten hätten sich die Tiere aneinander gewöhnt, teilte der Tierpark mit.

Nachts, wenn die Bären im Stall schliefen, durften die Wölfe den Gemeinschaftssektor erkunden. Allerdings zeigten sich nur vier Jungwölfe - gemäss Tierpark eine richtige Flegeltruppe - neugierig genug, um durch den engen, bärensicheren Schieber zu kriechen und das neue Gebiet zu erkunden. Die drei Altwölfe zogen es vor, in ihrem angestammten Revier zu bleiben.

Am 26. Januar wurde auch die Bärin Fränzi in den Gemeinschaftsteil gelassen. Die vier jungen Wölfe rannten schnurstracks zur alten Dame, um mit ihr zu spielen. Fränzi blieb gemäss Tierpark cool, suchte weiter ihr Futter und wies die Flegel, wenn sie allzu frech wurden, mit ihren Pranken in die Schranken.

Sogar das Futter waren sich die Bärin und die Wölfe nicht neidisch. Die jungen Wölfe taten sich an den für die Bärin bestimmten Früchten gütlich, während Fränzi sich ein Stück Fleisch schnappte und sich dieses auch nicht mehr nehmen liess.

Der Tierpark zeigte sich in seiner Mitteilung erleichtert, dass die ersten Begegnungen ohne brenzlige Situationen verlaufen seien - dies obwohl die Jungwölfe oft unvorsichtig agierten. Fränzi mache die Abwechslung mit den Bären Spass, ist sich der Tierpark sicher.

Die Gemeinschaftsanlage für Bär und Wolf ist über vier Hektaren gross. Sie ist in vier Sektoren unterteilt: Zwei gehören den Bären, einer ist ein Gemeinschaftsgehege und in einem haben sich die Wölfe einquartiert.