Drama im Bärenpark

Bär Finn geht es etwas besser - er steht nach ruhiger Nacht auf

Finns Gesundheitszustand macht Fortschritte (Archiv)

Finns Gesundheitszustand macht Fortschritte (Archiv)

Dem angeschossenen Berner Bären Finn geht es etwas besser. Er stand nach einer ruhigen Nacht auf. Der Bär war am Samstag von einem Polizisten angeschossen worden, nachdem ein Mann ins Gehege gelangt und vom Bären angegriffen worden war.

Finn habe gut geschlafen und sei erneut vom Tierarzt mit Antibiotika und Schmerzmitteln behandelt worden, teilte der zuständige Tierpark Dählhölzli mit. Diese werden mit Gewehren auf sein Fell geschossen, wie Tierparkdirektor Bernd Schildger erläuterte. Gewisse Medikamente werden auch in Honig gemischt.

Bei der Fütterung sei der Bär schnell aufgestanden und habe gut gefressen. Insgesamt bewege sich Finn deutlich aktiver und schneller als am Vortag. Laut Schildger besteht "keine akute Lebensgefahr mehr".

Mit der Universität Bern stehe man in Kontakt, um allenfalls notwendige und machbare chirurgische Massnahmen zu diskutieren. Die Tierpfleger und -ärzte kümmerten sich ständig um ihren Pflegling.

Finn wurde beim Angriff auf den geistig behinderten Mann, der ins Bärengehege eingedrungen war, von einem Polizisten angeschossen. Bei dem Geschoss handelt es sich um sogenante "Mann-Stopp-Munition", die beim Auftreffen im Körper zersplittert.

Mit dieser Zersplitterung kann ein Durchschuss und damit die Gefährdung Unbeteiligter verhindert werden.

Schildger stellte sich erneut dezidiert hinter die Entscheidung des Polizisten. Der Entscheid habe in einer lebensbedrohlichen Notsituation ein Menschenleben gerettet.

In Internetforen und Blogs wurden und werden immer noch zu Hauf Besserungswünsche abgesetzt. Beim Bärenpark gehen hunderte Grüsse, Karten und Präsente, darunter auch Honiggläser, für Finn ein. Der Tierparkdirektor zeigte sich auf Anfrage ob der Sympathiebekundungen sehr gerührt.

Finn kommt auch tatsächlich in den Genuss des Honigs, der für ihn bestimmt ist. "Bei uns gilt: Alles was ihm schmeckt, kriegt er auch", so Schildger.

Während über Finn eine Woge des Mitgefühls schwappt, ist das Verständnis für den geistig Behinderten, der ins Bärengehege eingedrungen war, weniger ausgeprägt spürbar. Der verletzte Mann befindet sich nach Angaben der Kantonspolizei Bern noch immer im Spital.

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