Baden

Badener Neujahrsblätter gehen fremd

Neue Perspektive: Redaktorin Katia Röthlin wirft einen Blick auf Neuenhof. sni

Neujahr

Neue Perspektive: Redaktorin Katia Röthlin wirft einen Blick auf Neuenhof. sni

Im Zuge der Zusammenschluss-pläne von Baden und Neuenhof werfen die Badener Neujahrsblätter einen Blick von innen und aussen auf Neuenhof.

Stefanie Niederhäuser

Viel Volk strömte zur Vernissage der Badener Neujahrsblätter in die Kundenhalle der Credit Suisse Baden. Neuenhof hat die Leute das Jahr über stark beschäftigt und wird dies mit Sicherheit auch 2010 tun. Die Redaktion hat also ein naheliegendes Thema zu einem naheliegenden Dorf gewählt.

Thematisiert in der Ausgabe 2010 werde jedoch nicht der Zusammenschluss, betonte Redaktionsmitglied Katia Röthlin bei der Präsentation der Badener Neujahrsblätter. «Dies sind keine politischen Neujahrsblätter», sagte sie. Vielmehr gehe es darum, einen unverstellten Blick auf Neuenhof zu werfen. Wichtig war der Redaktion, dies aus verschiedenen Blickwinkeln zu tun: «Aus der Vogelschau des Rüslers, vom Ruderboot auf der Limmat oder von der Dachhöhe der Webermühle schauen die Autoren auf die unbekannte Gemeinde und entdecken manche versteckte Qualität», heisst es vielversprechend auf dem Umschlag der Neujahrsblätter. Vertreten sind Autoren, die einen Aussenblick auf Neuenhof wagen. Vertreten sind Autoren, die die Gemeinde mit den Augen eines eingesessenen Neuenhofers betrachten. «Dabei entsteht ein interessanter Mix», sagte Röthlin.

Vielfältiges Dorf mit Gegensätzen

Umrahmt von der jazzigen Musik der Isebähnli-Musiker um Peter Hunziker, bot Röthlin dem anwesenden Publikum einen Vorgeschmack auf die Texte und Geschichten der 85. Auflage. Als Ort der Gegensätze und Extreme beschreibt Historiker Fabian Furter die Gemeinde Neuenhof. Er schreibt vom malerischen Dorfkern neben der Wohnfabrik Webermühle und von Naherholungsgebieten neben Asphaltschneisen. Landschaftsarchitekt Stefan Zantop gewährt dem Leser einen Einblick in die vielfältige Schönheit der Limmat. Zwei Gesichter zeige sie: dasjenige des wilden Flusses mit steilen, unberührten Ufern und das des breiten, gemächlich fliessenden Gewässers mit seepromenadenähnlichen Uferpartien.

Unter dem Titel «Ich lebe in Neuenhof» werden Persönlichkeiten aus der Nachbarsgemeinde vorgestellt. Egal, wie verschieden ihre Geschichten und Beziehungen zu Neuenhof auch sind: Das Dorf bedeutet ihnen Heimat.

Baden geht nicht vergessen

Neben Neuenhofer Geschichten kommt auch die Stadt Baden mit ihren Besonderheiten nicht zu kurz. Die Neujahrsblätter ermöglichen einen Augenschein von Aktuellem aus Vereinen und Organisationen. Ebenso späht der Leser durch verschiedene Gucklöcher in längst vergangene Badener Zeiten.

Thema 2011 zeichnet sich bereits ab

Röthlin machte an der Vernissage auch auf einen speziellen Leckerbissen aufmerksam: Die Geschichte des Badener Slam-Poeten Simon Lipsig - in Mundart geschrieben. Wer liest, weshalb er sein «Schriebpültli» auf die Strasse setzte und wie ihn ein Kugelschreiber ins Spital brachte, wird sich das Lachen nicht verkneifen können.

Amüsiert hat sich das Publikum jedoch bereits an der Vernissage: «Nach Neuenhof zeichnet sich ja vielleicht schon das Thema für 2011 ab», sagte André Ruesch vom Gastgeber Credit Suisse. Manch einem werden die Badener Neujahrsblätter wohl helfen, Neuenhof in neuem Licht zu sehen, sich einen Überblick über den Nachbarn zu verschaffen oder ganz einfach die Augen zu öffnen für so viele interessante Geschichten des Alltages.

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