Martin Rupf

Es ist kurz nach 17 Uhr. Ingenieur Oskar Riesen* fährt von Baden kommend über die Hochbrücke Richtung Wettingen. Die Ampel schaltet auf Grün. Vor ihm biegen Fahrzeuge rechts in Richtung Schwimmbad ab, müssen aber anhalten, um Fussgängern den Vortritt zu lassen.

Der Verkehr stockt. Riesen hat die Ampel zwar schon eine Weile passiert, befindet sich aber noch immer mitten in der Kreuzung. In diesem Moment zeigt die Ampel für den Verkehr vom Schwimmbad nach Ennetbaden Grün. Ein Lieferwagen fährt los und erwischt Riesens Auto auf dessen rechter Seite. «Zum Glück sass niemand auf dem Beifahrersitz, das hätte böse ausgehen können», sagt Riesen.

Der Ingenieur ist überzeugt: «Diese Kreuzung ist falsch konzipiert.» Es sei doch kein Zufall, dass es auf dieser Kreuzung immer wieder zu Unfällen komme. Die Zahlen geben ihm recht: Dieses Jahr hätten sich dort laut Freddy Amstutz von der mobilen Einsatzpolizei des Kantons bereits drei Unfälle mit einem Leichtverletzten ereignet. Der letzte Unfall am 19. August verlief nach dem gleichen Muster wie derjenige von Oskar Riesen.

Schwere des Unfalls spielt eine Rolle

«Der ganze Abschnitt zwischen der Hochbrücke und der Bushaltestelle beim Regionalen Pflegezentrum Baden ist heikel», sagt Stevan Skeledzic von der kantonalen Fachstelle für Verkehrssicherheit.

Doch das östliche Ende der Hochbrücke ist nur einer von vielen gefährlichen Verkehrsabschnitten in der Region, wie eine Nachfrage beim Kanton zeigt (siehe unten). Anhand der Anzahl der Unfälle und der Verletzten hat der Kanton eine Rangliste der gefährlichsten Verkehrsabschnitte im Aargau über die letzten zwei Jahre erstellt.

Auffahrunfälle sind sehr häufig

In der Region Baden-Wettingen wird die Rangliste von der Esp-Abzweigung Mellinger-/Oberrohrdorferstrasse angeführt. Ebenfalls viele Unfälle sind auf dem Mellingerstrasse-Abschnitt zwischen dem Badener Tor und der Coop-Tankstelle erfasst worden. «An dieser Stelle gibt es sehr viel Verkehr und es kommt nicht selten zu Auffahrunfällen», erklärt Skeledzic.

Stelle sich heraus, dass es an einem Verkehrsknotenpunkt häufig zu Unfällen komme, würden sich allenfalls Verbesserungsmassnahmen aufdrängen», sagt Skeledzic. Weil aber im Rahmen des Verkehrsmanagements Baden-Wettingen ohnehin Verbesserungen vorgesehen seien, warte der Kanton bei den oben genannten Beispielen aus Synergiegründen zu. Vorausgesetzt, diese können nicht durch einfache Sofortmassnahmen entschärft werden.

Dass bauliche Massnahmen das Unfallrisiko senken, zeigt das Beispiel der Einfahrt Märzengasse/Landstrasse in Wettingen. In den Jahren 2008/2009 ereigneten sich dort zehn Unfälle. Dieses Jahr war es noch ein Unfall.

*Name der Redaktion bekannt