Autos sind besser als Kinder

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Autos sind besser als Kinder

Autos sind besser als Kinder

Aargauer Zeitung

Jörg Meier

Wieder erhalten wir die Antwort auf eine Frage, die wir nie gestellt haben: Ja, es ist so. Wenn es finanziell eng wird, verzichtet die Schweizer Familie eher auf ein weiteres Kind als auf das Auto. Der «Beobachter» liefert die Zahlen: 70 Prozent entscheiden in diesem Falle gegen das Kind, aber nur 49 Prozent gegen das Auto. Die schockierende Erkenntnis erhält bei näherem Betrachten aber eine gewisse Logik.

Autos sind viel einfacher zu halten als Kinder. Man braucht sie nicht zu erziehen, sie erleben keine Pubertät, gehorchen ohne Widerspruch, sie brauchen keine Vorbilder und sind zuverlässig. Wahrscheinlich tut ihnen gelegentliche Zuwendung schon gut, aber nicht einmal das ist sicher.

Autos müssen nicht in die Schule, brauchen keine Lehrstelle, müssen nicht ins Training gefahren werden und verlieren auch nicht ständig ihr iPhone.

Autos sind auch viel günstiger als Kinder. Gut, sie brauchen schon mal neue Pneus oder eine neue Kupplung, einen neuen Aussenspiegel; aber im Vergleich zu den Kosten, die ein Kind verursacht, ist das zu vernachlässigen. Ein Kind kostet die Eltern alles in allem mindestens so viel wie zehn Mittelklassewagen.

Autos kann man auswählen, später eintauschen oder verkaufen, wenn man ihrer überdrüssig ist. Kinder nicht. Man muss nehmen, was kommt. Und die bleiben einem dann lebenslänglich.

Nachdem wir nun den Vergleich zwischen Auto und Kind sauber herausgearbeitet haben, verwundert es schon fast, dass sich doch so viele Familien trotz allem für Kinder entscheiden. Und wir sind froh, dieses Thema gemeinsam und gründlich behandelt zu haben.