Bahn

Automaten im Fricktal auf dem Vormarsch

Im Fricktal kann nur noch an zwei Bahnhöfen am Schalter ein Billett gekauft werden – in Frick und in Rheinfelden. An allen anderen SBB-Stationen stehen Automaten. Mit deren Bedienung kommen aber nicht alle Leute klar.

Nadine Böni

In Kaiseraugst, Möhlin, Mumpf, Stein und Laufenburg bleiben die Schalter der SBB geschlossen. Sie sind durch Automaten ersetzt worden. Nur in Rheinfelden und Frick gibts Billette noch am Schalter. «Persönlich finde ich das schlecht», sagt Balz Scharf von der Pro Senectute (Stiftung für das Alter) des Bezirks Rheinfelden.

Scharf führt aus: «Ich höre immer wieder von Leuten, dass sie auf unbedienten Bahnhöfen Angst haben, sich vor Belästigungen beispielweise in Unterführungen fürchten.» Dabei handle es sich nicht nur um Senioren und Seniorinnen. «Das höre ich auch von 50- oder 60-Jährigen», sagt Scharf.

Hemmschwelle überwinden

Das Gefühl der Unsicherheit an unbedienten Bahnhöfen bleibt nicht das einzige Problem. Auch die Bedienung der Automaten ist nicht ganz einfach. «Ältere Menschen haben am Automaten den totalen Stress - vor allem wenn noch jemand hintendran steht und mit dem Fuss wippt», erklärt Balz Scharf.

Dazu Roman Marti, Pressesprecher der SBB: «Es gibt ältere Menschen, die für die Bedienung moderner Geräte eine gewisse Hemmschwelle überwinden müssen. Das bezieht sich jedoch nicht nur auf Billettautomaten.» Trotzdem führen die SBB Billettautomat-Instruktionen durch: «Dabei erleben wir auch immer wieder, dass die Leute nach der Erklärung meinen: ‹Ach, das ist ja gar nicht so kompliziert›.»

Für Balz Scharf ist trotzdem klar: «Durch die Schliessung der Schalter geht eine Dienstleistung der SBB verloren.» Dem widerspricht Roman Marti: «Die Kunden können 24 Stunden am Tag Billette über den Automaten, das Internet, Handy oder Telefon beziehen.»

Bald neue Kurse?

Die Pro Senectute ist allerdings nicht davon überzeugt, dass diese Angebote für alle Kunden das Richtige sind. Yvonne John von der Pro Senectute des Bezirks Laufenburg in Frick möchte daher wieder Automatenkurse anbieten. «Im Moment laufen Abklärungen mit der Geschäftsleitung», sagt sie. «Wann genau es wieder Kurse gibt, kann ich noch nicht sagen, denn wir stehen am Anfang der Abklärungen.»

Auch Yvonne John ist überzeugt, dass die Automaten für viele Leute ein Problem darstellen: «Regelmässige Kunden können die Automaten bedienen. Aber wenn jemand immer Auto gefahren ist, kann das schon kompliziert sein. Gerade bei speziellen Sachen, wie zum Beispiel einem Klassenwechsel.»

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1