Basel

Autoknacker und Einbrecher machte keine fette Beute

Der Verurteilte hatte bei seinen Taten massiven Sachschaden angerichtet, aber kaum Beute gemacht. Jetzt muss er für insgesamt 19 Monate ins Gefängnis.

«Ich habe die Schnauze voll von den ganzen Institutionen und Sozialpädagogen», sagte der 35-jährige Mann schulterzuckend. Seine Beine bewegten sich dauernd nervös, doch trotz seiner Anspannung schien ihn seine Verhandlung eher zu langweilen. Das Strafgericht ist für ihn schon zur Routine geworden: Seine Vorstrafenliste ist lang, und fast immer ging es dabei um Drogengeschichten und Strassenverkehrsdelikte.

«Er hält sich nicht an die Regeln. Termine funktionieren höchstens kurzfristig, langfristig hält er sie nie ein. In seiner Entwicklung ist er irgendwo als Kind oder Jugendlicher steckengeblieben. Ihm fehlt ein Lebensplan», erklärte ein vom Gericht bestellter Experte nüchtern. Der Angeklagte hörte mehr oder weniger interessiert zu und verzog dabei keine Miene. «Ich war schon immer masslos. Beim Sport, mit Frauen oder eben auch mit Drogen. Solch ein Leben finde ich reizvoll. Ich habe halt nunmal diese kriminelle Energie», sagte der Mann.

«Konsumieren Sie noch Drogen?», fragte Gerichtspräsidentin Irène Laeuchli schliesslich direkt. «Ich lebe von Sozialhilfe, ich kann mir Drogen gar nicht leisten. Das Methadon habe ich jedenfalls abgesetzt», so die Antwort. Zumindest in diesem Punkt widersprach er kurz dem Experten: «Ich wollte Termine einhalten. Aber ich sah keinen Sinn mehr darin, das Methadon abzuholen.» Auf mehrmaliges Nachfragen hin gestand der Mann schliesslich ein, vor zwei Wochen zum letztenmal ein Heroin-Kokain-Gemisch genommen zu haben.

Konkret ging es gestern vor allem um Beschaffungskriminalität: Im November 2007 hatte der Mann im Unterbaselbiet mehrmals Clubhäuser aufgebrochen und dabei massiven Sachschaden verursacht. In punkto Beute ging er allerdings meistens leer aus. Auch eine Einstellhalle in Reinach war sein Ziel, dort versuchte er sich an elf Autos und drei Motorrädern, konnte allerdings keinen der fahrbaren Untersätze erfolgreich in Betrieb nehmen.

Zwei Autos immerhin konnte er öffnen, die gesamte Beute bestand letzlich aus einem Navigationsgerät. Der Sachschaden bei den insgesamt 14 beschädigten Autos und Motorräder war allerdings enorm.

Gestohlener Opel im Wallis verkauft

Nach einem Einbruch in einer Garage fuhr er drei Tage lang mit einem Opel durch die Gegend, den er schliesslich einem zwielichtigen Händler im Wallis für 1500 Franken an einer Autobahnausfahrt verkaufte.

Innerhalb dieser drei Tage schaffte es der Angeklagte gar, viermal geblitzt zu werden. Diskussionslos gestand er gestern ein, dass er wohl unter Drogeneinfluss gefahren sei. «An die ganzen Diebstähle und Einbrüche kann ich mich nicht mehr erinnern. Aber da dort meine Fingerabdrücke und meine DNA gefunden wurden, war das wohl schon ich», meinte er kurz und knapp zu den ganzen Vorwürfen.

Das Dreiergericht verurteilte den Mann zu zwölf Monaten Freiheitsstrafe unbedingt und widerrief auch eine frühere bedingte Strafe von sieben Monaten, so dass er nun wohl für insgesamt 19 Monate ins Gefängnis muss. Er kann das Urteil noch ans Kantonsgericht weiterziehen. Das Strafgericht schrieb ihm ohne grosse Hoffnung erneut eine ambulante Drogentherapie vor.

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