Neun Jahre nach ihrem aufsehenerregenden Drogenprozess kommt die 36-jährige Australierin Schapelle Corby auf der indonesischen Ferieninsel Bali vorzeitig frei. Bei Einhaltung der Bewährungsfristen darf sie in drei Jahren nach Hause.

Der Fall machte internationale Schlagzeilen, weil ihr zunächst die Todesstrafe drohte. Corby war mit 4,2 Kilogramm Cannabis im Gepäck am Flughafen von Bali erwischt worden, hat aber stets ihre Unschuld versichert.

Flughafenarbeiter hätten das Rauschgift wohl nach dem Einchecken in Brisbane oder beim Umsteigen in Sydney in ihre Tasche gesteckt, sagte sie im Prozess. Die Richter glaubten die Geschichte nicht.

Sie wurde zu 20 Jahren Haft verurteilt. Die Urteilsverkündung wurde 2005 live im australischen Fernsehen übertragen. Corby kam in das überfüllte und berüchtigte Kerobokan-Gefängnis von Bali.

Normale vorzeitige Entlassung

Die nun erfolgte Freilassung geschah nicht aus Zweifel an ihrer Schuld: "Wir sind nicht etwa grosszügig oder geben irgendjemand Sonderbehandlung", sagte Justizminister Amir Syamsuddin am Freitag in Jakarta. "Vorzeitige Entlassungen sind im Gesetz reguliert." Corby sei eine von 1291 Gefangenen, die vorzeitig auf freien Fuss kämen. Sie müsse bis 2017 in Indonesien bleiben und sich regelmässig bei der Polizei melden.

Die Schulabbrecherin, die zu Hause in Logan an der australischen Ostküste im Schnellimbiss ihrer Mutter arbeitete, war 2004 mit ihrem Bruder und Freunden zu einem Spasstrip nach Bali geflogen. Die Gruppe hatte Bodyboards dabei, kurze Surfbretter zum Wellenreiten. Als Corby im Flughafen von Denpasar auf Bali durch den Zoll ging, hielten Beamte sie an. Sie fanden in ihrer Bodyboard-Tasche das Rauschgift.