Verschollenes Flugzeug
Ausser Müll nichts gefunden: Jetzt sucht auch ein U-Boot nach MH370

Einen Ölteppich, Treibgut und Fischerei-Ausrüstung: Alle vermeintlichen Spuren des vermissten Flugzeugs der Malaysian Airlines erwiesen sich als Sackgassen. Nun wurde das britische U-Boot «HMS Tireless» zur Unterstützung ins Suchgebiet verlegt.

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Das britische U-Boot «HMS Tireless» soll bei der Suche nach Flug MH370 helfen.

Das britische U-Boot «HMS Tireless» soll bei der Suche nach Flug MH370 helfen.

Keystone

Die britische Royal Navy beteiligt sich mit einem U-Boot an der Suche nach dem verschwundenen Flugzeug der Malaysia Airlines. Die "HMS Tireless" ist im Suchgebiet im Indischen Ozean eingetroffen, wie das Verteidigungsministerium am Dienstag in London mitteilte.

Was bislang bei der Suche nach MH370 im Meer gefunden wurde

Die wochenlange Suche nach dem verschollenen Flugzeug der Malaysia Airlines war bislang erfolglos. Vermeintliche Spuren von MH370 verliefen im Nichts. Zwischenzeitlich wurde auch das Suchgebiet geändert. Statt auf Wrackteile sind die Experten schon auf andere Hinterlassenschaften im Meer gestossen. Beispiele:

ÖLTEPPICH:

Zwölf Stunden nach dem Verschwinden der Maschine wird vor der Küste Vietnams ein kilometerlanger Ölteppich gesichtet.

UNBEKANNTE OBJEKTE:

Satellitenbilder unterschiedlicher Staaten zeigen mehrfach viele Meter grosse Objekte - die vor Ort im Meer dann jedoch unauffindbar sind oder nicht als Wrackteile identifiziert werden.

TREIBGUT/FISCHEREIAUSRÜSTUNG:

Suchtrupps bergen Ende März erstmals Material aus dem Meer. Laut der australischen Seesicherheitsbehörde (AMSA) handelt es sich um Fischereiausrüstung und anderes Treibgut. (sda)

Grossbritannien hat mit der "HMS Echo" ausserdem ein Vermessungsschiff in das Suchgebiet geschickt, um U-Boote und Schiffe bei der Suche nach dem Flugschreiber und Wrackteilen von MH370 zu unterstützen. Die Boeing 777 der Malaysia Airlines war am 8. März mit 239 Menschen an Bord verschwunden.

An der Suche sind auf Schiffen mehr als 1000 Menschen und in Flugzeugen rund 100 Menschen beteiligt. Die beiden britischen Schiffe verfügen über Elektronik, die Signale des Flugschreibers aufspüren kann. Am Freitag soll zudem ein australisches Schiff diese Aktion verstärken.

Das Rettungsschiff «Ocean Shield» der australischen Marine.
5 Bilder
Ein Sensor für den Blackbox-Lokalisator.
Ein Bestandteil des Blackbos-Lokalisator.
Der Blackbox-Lokalisator wird hinter dem Schiff nachgezogen.
Das Rettungsschiff «Ocean Shield» der australischen Marine soll mittels eines Blackbox-Lokalisator das verschollene Flugzeug der Malaysian Airlines endlich finden.

Das Rettungsschiff «Ocean Shield» der australischen Marine.

Keystone

Suchaktion verlegt

Die internationale Suchaktion wurde derweil 500 Kilometer nach Osten verlegt. Wie die koordinierende australische Seesicherheitsbehörde (Amsa) am Mittwoch mitteilte, liegt das Suchgebiet nun 1500 nordwestlich der australischen Stadt Perth.

Unterdessen veröffentlichten die malaysischen Behörden eine Abschrift der Kommunikation zwischen dem Kontrollturm in Kuala Lumpur und der Crew des Unglücksjets vor dem mysteriösen Verschwinden der Maschine. In den Aufzeichnungen der letzten 54 Minuten sei nichts Auffälliges, zu hören, hiess es. Es seien routinemässige Funksprüche zwischen dem Tower und dem Cockpit des Langstreckenjets.

Am Mittwoch wollte sich der malaysische Premierminister Najib Razak vor Ort in Perth persönlich bei den Suchmannschaften für ihren Einsatz bedanken, der sich nun schon seit fast zwei Wochen andauert.

Der Koordinator der internationalen Suchaktion, der pensionierte australische Luftwaffenchef Angus Houston, meinte am Dienstag, die Suche könne sich "noch lange hinziehen". Es sei die herausforderndste, die ihm je begegnet sei. (sda)