Ausschaffungshäftling
Ausschaffungshäftling Flughafen Zürich verstorben

Ein Ausschaffungshäftling ist am Mittwochabend (17.3.2010) im Flughafen Zürich kurz vor dem Start des Sonderfluges nach Lagos/Nigeria verstorben. Der Häftling wollte sich mit Verweigerung der Nahrungsaufnahme der Ausschaffung widersetzen.

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Der 29-Jährige, auf dessen Asylgesuch das Bundesamt für Migration nicht eingetreten war, hatte nach bisherigen Erkenntnissen seit einigen Tagen die Nahrungsaufnahme verweigert und versuchte sich der Ausschaffung zu widersetzen. Er konnte nur unter Anwendung von Gewalt gefesselt werden. Kurze Zeit später zeigte er plötzlich gesundheitliche Probleme, worauf die Fesseln gelöst wurden und das Begleiterteam und die sofort beigezogene Sanität Reanimationsmassnahmen einleiteten. Trotzdem verstarb er wenig später auf dem Flughafengelände.

Der 29-jährige Nigerianer, der polizeilich wegen Drogenhandels verzeichnet war, sollte am Mittwochabend zusammen mit weiteren 15 Ausschaffungshäftlingen mit einem Sonderflug nach Nigeria ausgeschafft werden. Mit Sonderflügen werden diejenigen Auszuschaffenden zurückgeführt, die sich früheren Rückführungen widersetzt haben. Zur Gewährleistung der Sicherheit werden die Rückzuführenden auf diesen Sonderflügen gefesselt.

Wegen des Todesfalls wurde in Absprache mit dem Bundesamt für Migration auf die Durchführung des Sonderflugs verzichtet und die anderen Ausschaffungshäftlinge in die einzelnen Kantone zurückgeführt.

Die Umstände des Todes werden durch die zuständige Staatsanwaltschaft untersucht. Für die Abklärung der Todesursache wurde das Institut für Rechtsmedizin beigezogen.