David Weber

Roland Vögtli gibt nicht auf. Bereits mit einer Interpellation und einer Petition hat der Grossrat (FDP) und Vizepräsident der Interessengemeinschaft Kleinbasel erfolglos die Öffnung der Nordtangente-Ausfahrt Klybeck für den Normalverkehr gefordert. Erst vor zehn Tagen hat Vögtli erneut einen Brief an das Bundesamt für Strassen (Astra) geschrieben - das für den Unterhalt der Autobahnausfahrt zuständig ist - und zum wiederholten Male die Öffnung der Ausfahrt Klybeck gefordert.

Seit der Eröffnung der Nordtangente ist diese Ausfahrt bei der Dreirosenbrücke Richtung Kleinbasel geschlossen. Und geschlossen soll sie bleiben, wenn es nach dem Willen des Regierungsrats geht. Mit einem Brief an Bundesrat und Verkehrsminister Moritz Leuenberger beantragt die Basler Regierung die dauerhafte Schliessung der Ausfahrt Klybeck. Auch die Petitionskommission des Grossen Rats stützt die Meinung der Regierung, die Ausfahrt für den Normalbetrieb geschlossen zu halten und nur im Störfall zu öffnen.
Mehrverkehr oder nicht?

Der Regierungsrat befürchtet, dass eine dauerhafte Öffnung der Ausfahrt die mit dem Bau der Nordtangente erzielte Verkehrsentlastung im Horburgquartier «weitgehend zunichte machen würde». Sie stützt sich dabei auf ein im Sommer 2009 erstelltes Verkehrsgutachten. Täglich rund 10 000 zusätzliche Fahrzeuge würden im unteren Kleinbasel zu Mehrverkehr führen, erklärt Kantonsingenieur Roger Reinauer. Besonders betroffen wären laut Regierungsmitteilung die Horburgstrasse und die Klybeckstrasse Süd Richtung Stadtmitte. In der Horburgstrasse gäbe es nach einer Öffnung der Ausfahrt Klybeck einen Verkehrsanstieg um 75 Prozent, in der Klybeckstrasse um 29 Prozent.

«Das stimmt nicht», behauptet Roland Vögtli. Die Autofahrer kämen so oder so ins Kleinbasel, wenn sie wollen. Sie müssten bei geschlossener Klybeck-Ausfahrt die 2,3 Kilometer längere Strecke via Wiese-Kreisel fahren. «Das ist ein Umweg und ökologisch nicht sinnvoll», erklärt Vögtli.

Roger Reinauer entgegnet: «Vom Wiese-Kreisel rollt nur sehr wenig Verkehr in die Horburgstrasse und Klybeckstrasse zurück.» Der grösste Teil des Verkehrs gehe via Riehenring in die Innerstadt. «Der Riehenring», erklärt Reinauer, «ist besser ausgebaut und als Hauptachse definiert.»

Beim Bundesamt für Strassen, der Eigentümerin und Betreiberin der Nordtangente und der Ausfahrt Klybeck, ist das Basler Klybeck-Problem bekannt. Laut Astra-Sprecher Thomas Rohrbach suche das Bundesamt die Zusammenarbeit mit der Basler Regierung. «Wir untersuchen, welche Auswirkungen eine geöffnete und eine geschlossene Ausfahrt Klybeck auf den Verkehrsfluss hat», erklärt Rohrbach. Diese Untersuchung dient dem Bundesrat als Entscheidungsgrundlage, was mit der Kleinbasler Nordtangente-Ausfahrt geschehen soll. Wann diese Entscheidung fallen wird, ist laut Rohrbach zum jetzigen Zeitpunkt noch offen.