Ausbildung Feuerwehr

Ausbildung steht in der Kritik

Austausch: Ist die Kommunikation zwischen Feuerwehrkommandanten und Inspektorat genügend? (Bild: ZVG)

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Austausch: Ist die Kommunikation zwischen Feuerwehrkommandanten und Inspektorat genügend? (Bild: ZVG)

Ein «böser» Brief sorgt für schlechte Stimmung in der Regionalfeuerwehr Küttigkofen, Kyburg-Buchegg und Brügglen. Der Mannschaft fehlten «elementare Fähigkeiten im Löschdienst».

Christof Ramser

«Eine Frechheit», sagt Sabine Anderegg, Gemeindepräsidentin von Kyburg-Buchegg, angesprochen auf die letzte Inspektion der Feuerwehr Küttigkofen, Kyburg-Buchegg, Brügglen. Ein Dreierteam der Solothurnischen Gebäudeversicherung wollte vergangenen Sommer die Ausbildung der Regionalfeuerwehr unter die Lupe nehmen, wie üblich unangemeldet. Bereits nach zehn Minuten wurde die Inspektion abgebrochen, die Übung (Löschdienst mit einer Rauchbox) darauf in einem Brief kritisiert.

Das Übungsniveau sei für die Mannschaft zu hoch, der Stoff nicht dem Wissen und Können angepasst. «Den Angehörigen der Feuerwehr fehlen elementare Fähigkeiten im Löschdienst», stand geschrieben. Man habe aber nur zwei Personen beobachtet, moniert Anderegg. Das könne man nicht auf die gesamte Mannschaft ableiten.

Die Äusserungen waren nicht nur Anderegg, sondern auch dem Kommandanten Bruno Lätt sauer aufgestossen. Es sei anmassend, einen Kommandanten mit einem gedrängten Jahresprogramm derart abzukanzeln, sagt die Gemeindepräsidentin. «Und überhaupt darf eine Übung gar nicht so ablaufen.»

Der Gemeinderat von Kyburg-Buchegg machte klar, dass das Verhalten und die Kommunikation des Inspektorenteams in keiner Weise akzeptiert werden könne. «Wir stehen hinter unserer Feuerwehr, sie macht ihre Sache gut.»

«So macht das keinen Sinn»

Paul Haus, Feuerwehrinspektor der Solothurnischen Gebäudeversicherung, sieht die Sache etwas anders: «Aufgrund des Jahresübungsprogramms war an diesem Tag eine andere Übung vorgesehen als durchgeführt wurde.» So mache eine Inspektion keinen Sinn. Auf dem Programm stand laut Haus die Ausbildung als solche. Die Feuerwehr habe es unterlassen, die Änderung zu kommunizieren.

In einem Schreiben hat sich Haus in der Folge für die Aussage über die Bewertung der gesamten Feuerwehr aufgrund eines spontanen Einzeltests entschuldigt. Dadurch und durch ein persönliches Gespräch sei der Fall für ihn aber erledigt. Auch Sabine Anderegg will die Sache nun ruhen lassen. Obwohl, ärgerlich sei es schon, denn eine Inspektion sei auch immer ein Ausweis für eine Feuerwehr. «Wir wären ja bereit, Kritik anzunehmen und Verbesserungen anzustreben - wenn die Kritik berechtigt ist.»

Ohnehin sei der Kontakt zur SGV etwas angespannt. Anderegg bemängelt den ungenügenden Austausch zwischen Kommandanten und Feuerwehrinspektorat. Dem widerspricht Haus: «Wir sind jederzeit da, wenn Bedarf ist.» Ausserdem gebe es jährliche Rapporte und Weiterbildungen. «Aber wir springen niemandem hinterher.»

«Positive Entwicklung»

Im Allgemeinen nähmen die Feuerwehren ihren Auftrag sehr gut wahr, so Haus. Die Grösse spiele dabei keine Rolle, wichtiger seien kurze Einsatzwege, damit ein rascher Ersteinsatz gewährleistet ist. Die Feuerwehren entwickelten sich positiv.

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