Aus und vorbei – oder Neuanfang?

Voller Geschichten: Das Gasthaus Schwanen in Oeschgen blickt auf eine über 500-jährige Geschichte zurück. Was bringt die Zukunft?

Aus und vorbei – oder Neuanfang?

Voller Geschichten: Das Gasthaus Schwanen in Oeschgen blickt auf eine über 500-jährige Geschichte zurück. Was bringt die Zukunft?

Sind die Tage des weit herum beliebten Landgasthofs Schwanen in Oeschgen gezählt? Eine Frage, auf die es womöglich bereits Mitte August eine erste Antwort geben wird.

Werner Hostettler

Auf die Frage der AZ, ob es zutreffe, dass dem «Schwanen»-Wirt Turi Eyholzer vor einigen Tagen eine Kündigung ins Haus geflattert sei, hält Eugen A. Roesle, derzeitiger Besitzer der «Schwanen»-Liegenschaft(en), fest: «Ja, dies trifft zu, aber die Kündigung betrifft nicht das Hauptgebäude mit dem Gasthof, sondern das Nebengebäude mit der Schüüre.» Weil es sich hier um einen unbefristeten Mietvertrag handle, habe er eine Kündigung aussprechen müssen.

Was das andere Gebäude mit dem Restaurant Schwanen betrifft, erklärt Roesle: «Hier besteht ein befristetes Mietverhältnis, das im nächsten Jahr ausläuft. Und dieses gedenke ich nicht mehr zu erneuern.» Laut Recherchen dieser Zeitung läuft der Mietvertrag Ende Juli 2011 aus.

Eine Lösung muss her

Ein Entscheid, der im Dorf Oeschgen verständlicherweise nicht eitel Freude auslöst, zumal der «Schwanen» nicht nur auf eine weit über 500-jährige Geschichte zurückblicken kann und ihm bereits anno 1725 das Tavernenrecht zugesprochen wurde, sondern auch, weil der Landgasthof mit seinen verschiedenen Lokalitäten ein wichtiger Bestandteil des örtlichen Vereinslebens ist.

Vertreter der immerhin gegen 20 Dorfvereine haben sich denn auch zu Beginn dieser Woche unter dem Motto «Was nun?» zu einer ersten Aussprache im «Schwanen» (wo denn sonst?) getroffen. Die Meinung war, was zu erwarten war, recht schnell gemacht: «Es muss eine Lösung geben, der ‹Schwanen› darf nicht einfach so aus dem Dorf verschwinden.» Die Vereine hoffen daher sehr, dass sich im Rahmen der für den 12. August angesetzten Aussprache mit «Schwanen»-Besitzer und Gemeinde-Delegation zumindest ansatzweise mögliche «Überlebensvarianten» herauskristallisieren.

Ein Oeschger Bürger, der seit vielen Jahren seinen Schlummerbecher im «Schwanen» genehmigt, meinte gestern: «Schön wär es natürlich, wenn die Gemeinde unseren Landgasthof übernehmen könnte, aber woher das Geld nehmen?»

Was nach der Schüüre?

Womöglich wird nach der Aussprache vom 12. August auch zu erfahren sein, was mit dem Schüüre-Gebäude nach dem Kündigungstermin von Ende Februar 2011 passiert. Wie immer in solchen Fällen brodelt es auch in der Oeschger Gerüchteküche. So will man beispielsweise bereits «mit absoluter Sicherheit» wissen, dass das Gebäude abgerissen werden soll, um neuen Wohngebäuden Platz zu machen.

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