Tobias Gfeller

«Uns cha d Kryse nüt vermyse» hiess es noch im Januar dieses Jahres. Doch da hatten sich die Verantwortlichen des Ziggi Zaggi getäuscht. Nicht die Krise hat ihnen die Durchführung im nächsten Jahr vermiest, vielmehr der Abgang des bekannten Muttenzer Regisseurs Danny Wehrmüller, der zweimal für eine ausverkaufte Mittenza sorgte, hat das vorläufige Ende der Vorfasnachtsveranstaltung besiegelt.

Es sei eine schwere Entscheidung gewesen, sagt Fritz Frey, Vizeobmann des Fasnachts-Organisationskomitees. «Uns blieb keine andere Wahl. Der Weggang von Danny Wehrmüller zum Charivari ist für uns der endgültige Genickbruch gewesen.» Auch die jungen Verantwortlichen, die erst vor zwei Jahren das Ruder des Ziggi Zaggi übernommen hatten, demissionierten nach der diesjährigen Durchführung. Rekrutenschule und verschiedene Weiterbildungswege machten es für sie unmöglich, den enormen Aufwand noch einmal auf sich zu nehmen.

Rahmestiggli fehlte

Das Fasnachts-OK um Obmann Christian Braun versuchte im Anschluss an die beiden schwerwiegenden Abgänge noch einmal, die traditionelle Veranstaltung in der Mittenza zu retten. Doch es blieb beim Versuch. «Wir sind uns bewusst, dass die Erwartungshaltung ans Ziggi Zaggi alljährlich sehr hoch ist. Nicht nur die Muttenzer Bevölkerung sondern auch wir forderten von uns eine professionelle und qualitativ hochstehende Vorfasnachtsveranstaltung.»
Der musikalische Teil mit den Cliquen und Guggen, sowie die Schnitzelbängg waren auch für das nächste Jahr so gut wie gesichert. Was aber fehlte, war ein geeignetes Rahmestiggli und der «Rote Faden» durch das Programm. Für das suchten die beiden in diversen Medien nach geeigneten Regisseuren und Schreiberlingen. Doch die Suche verlief dürftig. Nur gerade zwei Bewerbungen gingen beim OK ein.

Kein endgültiger Schlussstrich

Das Pech wollte es mit den Muttenzern anscheinend so, dass der geeignete Bewerber aus beruflichen Gründen doch noch absprang. Beim eingeforderten Konzept des zweiten Anwärters auf den Posten des Regisseurs seien laut Fasnachts-OK die Gesamtidee wie auch die Ansätze für gut befunden worden.

Schliesslich entschieden sie sich, dem Bewerber abzusagen, da er andere Voraussetzungen nicht erfüllte. «Wir wollten keinesfalls Qualitätseinbussen in Kauf nehmen, nur damit das Ziggi Zaggi auch im nächsten Jahr stattfinden kann», stellt Frey klar. Für ihn geht ein Stück Muttenzer Geschichte zu Ende. «Vor über 30 Jahren wurde das Ziggi Zaggi ins Leben gerufen.» Doch einen endgültigen Schlussstrich wollen Frey und Braun keinesfalls ziehen. Nach dem Motto «sag niemals nie» werden sie sich alle Möglichkeiten offen lassen.

Momentan ist es schwierig, Veranstaltungen die auf freiwilliger Arbeit basieren, durchzuführen. Die Muttenzer Fasnacht wird zwar eines ihrer Kernstücke verlieren, behält aber mit dem Morgestraich und dem Umzug für Kinder, dem Fackelzug wie auch dem immer gut besuchten Schlussstraich einige Highlights.