Toni Widmer

«Wir haben auch dieses Jahr verschiedene Anstrengungen unternommen, um den Laden doch noch aus den roten Zahlen zu bringen. Doch die Mühe war vergebens. Zu unserem Bedauern bleibt uns nichts anderes übrig, als einen Schlussstrich zu ziehen», sagt Reto Manetsch. Manetsch ist zusammen mit Urs Schryber Geschäftsführer der Landi Seengen und betreut dort unter anderem auch den Bereich Volg-Filialen.

Seit Jahren Sorgenkind

Jene in Leutwil ist seit Jahren ein Sorgenkind. Schwarze Zahlen gibt es schon seit längerem nicht mehr: «Wir haben eine Mischrechnung gemacht und den Laden aus Goodwill weitergeführt. Das nicht zuletzt deshalb, weil auch Landwirte aus Leutwil in unserer Landi gute Kunden sind», sagt Manetsch. Man habe aber auch immer wieder versucht, der Filiale auf die Sprünge zu helfen. So wurde die Sonntagsöffnung eingeführt, was vorerst eine leichte Umsatzsteigerung mit sich brachte. Dieses Jahr offerierte die Landi im Leutwiler Laden gar einen Monat lang auf alle Einkäufe einen Rabatt von 10 Prozent: «Leider hat auch diese Aktion wenig gebracht», erklärt Reto Manetsch. Im Gegenteil: Der Umsatz sei wegen der verstärkten Konkurrenz im laufenden Jahr sogar um rund 20 Prozent zurückgegangen. Mitverantwortlich für den Umsatzeinbruch ist laut Manetsch unter anderem der neu eröffnete Frischmarkt der Landi Unteres Seetal in Hallwil-Boniswil: «Das haben wir im Leutwiler Volg-Laden stark gespürt.»

Gemeinde bedauert

Der vom Vorstand gefasste Entschluss sei ein Entscheid der Vernunft: «Wir bedauern die Schliessung sehr, insbesondere wegen der langjährigen treuen Kunden aus dem Dorf. Aber es blieb uns letztlich nichts anderes übrig. Wir können nicht weiterhin regelmässig Verluste mit einem Laden machen, der wegen mageren Umsatzzahlen nie attraktiv genug wird.

Gemeindeammann Walter Scheurer bedauert den Entscheid der Landi Seengen sehr: «Der Verlust des Dorfladens ist sehr schlecht für unser Dorf. Wir verlieren dadurch an Attraktivität.» Scheurer signalisiert aber auch Verständnis: «Die Filiale ist seit Jahren defizitär. Das haben wir gewusst und wir attestieren der Landi auch, dass sie in der Vergangenheit vieles versucht hat, den Umsatz zu steigern. Es hat offenbar alles nichts genützt. Das ist schade.»

Kein Arbeitsplatzverlust

Nicht zur Diskussion stand für den Gemeinderat eine finanzielle Unterstützung durch die Gemeinde, wie sie beispielsweise für den ebenfalls nicht optimal laufenden Volg-Laden in Ammerswil seit 2007 versuchsweise zum Tragen kommt und an der bevorstehenden Gemeindeversammlung festgeschrieben werden soll: «Stützungsmassnahmen erachtet der Gemeinderat als nicht sinnvoll. Würden wir das beim Volg machen, dann müssten wir es fairerweise wohl auch bei anderen Unternehmen im Dorf machen, denen es nicht optimal läuft», sagt Walter Scheurer.

Mit der Schliessung der Volg-Filiale per Ende Jahr geht in der Landi Seengen kein Arbeitsplatz verloren. Die bisherige Leutwiler Filialleiterin wird im Unternehmen weiterbeschäftigt. Was mit der Leutwiler Volg-Liegenschaft passiert, welche der Landi Seengen gehört, ist vorderhand noch offen.