Untersiggenthal

Aus der Kiesgrube ein bedeutendes Biotop gemacht

Aus der Kiesabbaufläche in Untersiggenthal wird Naturschutzgebiet.

Holcim Untersiggenthal

Aus der Kiesabbaufläche in Untersiggenthal wird Naturschutzgebiet.

Die Holcim (Schweiz) AG hat das Kiesabbaugebiet im Hard als Naturschutzgebiet im Hard offiziell der Ortsbürgergemeinde Untersiggenthal übergeben.

Roman Huber

Vor über zehn Jahren wurde noch Kies abgebaut. Heute pirschen nachts Füchse, Wildschweine und Co. über die vielfältige Naturfläche, wo feuchte Stellen der Kreuzkröte und der Gelbbauchunke fürs Laichgeschäft dienen.

Nachhaltige Entwicklung bedeute für die Holcim, dass Kiesabbauflächen nicht nur rekultiviert, sondern als hochwertige Naturschutzgebiete gestaltet werden, erklärt Rolf Zuberbühler, Leiter Rohstoffsicherung, der Projektleiter dieser Renaturierung war. Und mit Stolz weist er auf die 2,5 Hektaren im Hard bei Station Siggenthal hin, auf denen Landschaftsarchitekt André Seippel, Biologin Esther Krummenacher Hand in Hand mit der Holcim und der Ortsbürgergemeinde sowie mit dem Segen der kantonalen Obrigkeit es ermöglicht haben, inzwischen eine «kantonal bedeutende Naturfläche» entstehen zu lassen.

In Kürze ein Vorzeigeobjekt

Für Landschaftsarchitekt Seippel wie für Krummenacher habe allein der Umfang der Fläche eine grosse Herausforderung bedeutet. Sie war auch für die Vernetzung der Feuchtgebiete im unteren Aaretal wichtig. Die Gestaltung habe Peter Killer von der Firma Umbricht, so Krummenacher, mit viel Liebe ausgeführt. Dass man die Fläche überhöht, nämlich drei Meter höher als die Strasse und das restliche Hard gestaltet habe, sei ein richtiger Entscheid gewesen. So würden die Tiere nicht durch das Scheinwerferlicht des Vergnügungscenters gestört, ebenso würde die Natur auf dieser Lage besser ihre Ruhe finden. Seippel wies darauf hin, dass man aber nicht die Natur imitieren, sondern die Voraussetzung für deren dynamische Entwicklung schaffen wollte. Der Aufruf an die Frösche und Kröten wurde sofort erhöht. Bereits seien unter anderem Kreuzkröte und Gelbbauchunke wieder vertreten. Man habe punkto Vielfalt noch nicht den Stand der Kartierung aus dem Jahre 1987 erreicht. Doch die Strukturen würden funktionieren.

Grüner als gewollt

Es zeigte sich rasch, dass die Fläche grüner würde als gewollt, so Krummenacher. Darum machte man den Boden mit den Schaufelzähnen des Traxes wieder karger. Auf dem Wiesland lässt man abschnittweise Schafe weiden. Es brauche einen gezielten Unterhalt, mahnten die Experten. Unliebsame Neophyten mussten von Beginn an bekämpft werden. Denn Neophyten (eingeschleuste, wild lebende und sich intensiv ausbreitende Pflanzen wie Flieder und Goldrute) würden das Ökosystem beeinträchtigen.

Dass auf einem Teil der Fläche noch während des Kiesabbaus sich eine vielfältige Natur entwickelte, führte schliesslich zu diesem Projekt. Im Jahr 2002 begann man die Grube auszufüllen. Heute hat die Ortsbürgergemeinde die Fläche aus dem Baurecht übernommen.

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