Alois Winiger

Das Bild erinnerte gestern an die Situation vor drei Jahren, als ebenfalls das Verwaltungsgericht einen Augenschein nahm auf der Oensinger Roggenbergstrasse. Die Bürgergemeinde wollte den Belag aus Juramergel durch Asphalt ersetzen. Auch dort ging es um die Bewilligung des Bauens ausserhalb der Bauzone, wofür der Kanton zuständig ist. Schliesslich wurde der Einbau eines Hartbelags auf den steilsten Strecken bewilligt und ist derzeit im Bau. «Warum also soll das hier in Egerkingen nicht auch möglich sein», fragte Daniel von Arx, Anwalt der Bürgergemeinde Egerkingen gestern Nachmittag auf der Blüemlismattstrasse beim Augenschein mit Delegationen des Verwaltungsgerichts, des Bau- und Justizdepartements (BJD) sowie der Gemeinde Egerkingen.

Es lag am Geld

Der Augenschein war angesetzt worden, weil die Bürgergemeinde Egerkingen den Entscheid des BJD angefochten hatte, dass der Einbau eines Asphaltbelags auf dem letzten und gleichzeitig steilsten Strassenstück vor dem Restaurant Blüemlismatt nicht zulässig sei. Was daran in Egerkingen als besonders ärgerlich empfunden wurde: Vor bald drei Jahren hatte die Bürgergemeindeversammlung aus finanziellen Gründen eine Asphaltierung abgelehnt. Mündlich sei das Baugesuch von Seiten des Kantons bereits bewilligt gewesen, wurde behauptet. Das Vorhaben wurde verschoben, das Baugesuch lief ab und ein neues musste eingereicht werden.

Regula Reber vom BJD-Rechtsdienst verwehrte sich gestern dagegen, dass bereits einmal eine Bewilligung vorgelegen haben soll. Sie vermutete, dieses erste Gesuch sei gar nicht bis zu ihrem Departement vorgedrungen. «Es wäre abgelehnt worden, so wie jetzt dieses auch. Grosse Unterhaltskosten und Sicherheitsaspekte, wie sie die Bürgergemeinde ins Feld führe, seien keine Argumente», erklärte sie. Gemeindepräsidentin Johanna Bartholdi wies darauf hin, dass eine Strasse mit Hartbelag im Winter viel besser geräumt werden könne. Es gebe immer wieder Unfälle. «Die Gemeinde Egerkingen könnte haftbar gemacht werden.»

Da ist noch das Wasser

«Braucht die Forst hier einen Hartbelag?», fragte Beat Stöckli, Präsident des Verwaltungsgerichts, den Kreisförster Werner Schwaller. «Nein», antwortete dieser spontan, «aber wir könnten damit leben.» Er sehe auch, wie aufwändig der Unterhalt dieser viel befahrenen Strasse jetzt sei.

Aufwändiger und teurer als berechnet könnte aber auch der geplante Einbau von Asphalt werden, wie gestern nachmittag eher überraschend herauskam. Nämlich dann, wenn ein an die Strasse angrenzendes Gebiet als Quellenschutzgebiet ausgeschieden wird. Dann müsste das Oberflächenwasser gefasst und abgeleitet werden. Das mit dem Schutzgebiet müsse erst noch geklärt werden, sagte Richter Beat Stöckli. Somit dürfte es wohl etwas länger dauern, bis ein Gerichtsentscheid vorliegt.