Zolli

Augenkontakt mit Giraffen

Kann sich auf seine neue (und schönere) Umgebung freuen: Giraffe im Zolli.

Augenkontakt mit Giraffen

Kann sich auf seine neue (und schönere) Umgebung freuen: Giraffe im Zolli.

Mit einer grosszügigen Spende hat der Zolli-Freundeverein den Aussenbereich der Giraffenanlage im Sinne tiergerechter Haltung ermöglicht.

Stefy Plattner

Im Zusammenhang mit der Eröffnung der neuen Giraffen-Aussenanlage konnte Zollidirektor Olivier Pagan an der gestrigen monatlichen Medienorientierung zahlreiche prominente Gäste aus dem Kreis des Zolli-Freundevereins begrüssen. Der Verein hatte durch die Spende einer halben Million Franken das Projekt erst ermöglicht.

Das als Rundbau konzipierte Antilopenhaus aus dem Jahr 1910 gehört zu den ältesten Gebäuden des Gartens, wo damals die unterschiedlichsten Antilopenarten der afrikanischen Savannen gehalten wurden. Gemäss den Ausführungen von Zoo-Pädagoge Andreas Heldstab sind diese Tierarten im Verlauf der Jahre aus Okapis, Kleine Kudus und im Mittelpunkt Giraffen reduziert worden. Beim Anblick der bis zu sechs Meter hohen Tiere fühlt sich der Mensch im Innenraum irgendwie fremd, während sich im Aussengehege andere Dimensionen ergeben, die jedoch auch in der bisherigen Aussenanlage auch noch nicht das ganze Erlebnis vermitteln konnten. Diesem Umstand ist jetzt durch die erhöhte Plattform für die Besucher gegenüber dem Tiergehege eine sinnvolle Abhilfe geschaffen worden. Von diesem Punkt aus stehen sich Mensch und Tier gewissermassen auf Augenhöhe gegenüber, was einen weiten Blickpunkt und eine andere Perspektive ergibt.

Wie Kuratorin Friederike von Houwald erläutert, ist die neue Anlage fast um das Doppelte gewachsen und mit Sand- und Wasserplätzen versehen worden. Die Gehegegrösse ist allerdings nicht so wichtig, denn auch in Freiheit bewegen sich Giraffen nicht nur in weiten Räumen. Dafür entsprechen aber hohe Bäume den Nahrungsbedürfnissen, wo die Tiere mit ihren langen beweglichen Zungen die zarten Blätter von den Ästen zupfen. Ein grosser Sandplatz in der Mitte der Anlage dient den Tieren zum Ausruhen.

Schwierige Suche nach Mann

Die ersten Giraffen, zwei Bullen, kamen 1912 aus Tansania nach Basel, die heutige Gruppe geht aber auf Tiere zurück, die 1947 aus Arusha eingeführt worden sind, womit die regelmässige Zucht begann. Seit 1952 sind im Zolli 40 Jungtiere erfolgreich aufgewachsen. Die jetzige Gruppe der seltenen Massaigiraffen umfasst vier weibliche Tiere von 13, zehn drei und knapp zweieinhalb Jahren. Weil das männliche Tier im Oktober 2006 an Lungenschwäche starb, sucht man gegenwärtig nach Ersatz, was aber recht schwierig ist, weil man diese Rasse rein erhalten möchte.
Die ebenso sinnvolle wie attraktive neue Anlage wurde durch die grossartige Spende von einer halben Million Franken des Vereins der Freunde des Zoologischen Gartens Basel (kurz Freundeverein) ermöglicht.

Wie Peter Schmid als derzeitiger Präsident in einer humorvollen Ansprache betonte, bezweckt der seit bald 90 Jahren bestehende Verein, das Interesse der Bevölkerung und der Behörden am Basler Zolli zu fördern und vor allem den Garten in seinem Bestreben nach tiergerechter Haltung zu unterstützen. Den offiziellen Dank für die grossartige Spende und Unterstützung des Gartens überbrachte die Präsidentin des Verwaltungsrats Elisabeth Simonius.

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