Auftakt mit «african feeling»

Beschwingte Töne und eindrückliche Worte hallten am Samstag durch die Obere Kirche in Bad Zurzach. Dort ist 14 Tage lang zu sehen und zu lesen, was die Schweizerischen Gemeinnützigen Frauen seit weit über 100 Jahren leisten.

Rosmarie Mehlin

«Es ist nicht einfach nur Zeitvertreib, sondern das Wahrnehmen einer Grundverantwortung als Bürger», brachte Irene Leuenberger auf den Punkt, was hinter der Wanderausstellung «wir.mittendrin» steckt.

Die Ehrenpräsidentin des Aargauer Gemeinnützigen Frauenvereins hatte - auch als Ehrenmitglied der Sektion Bad Zurzach - dem Flecken anlässlich der Vernissage die Ehre erwiesen. Die Ausstellung, die von 2008 bis 2012 durch das Land tourt, wurde anlässlich des 120-Jahr-Jubiläums des Dachverbandes Schweizerischer Gemeinnütziger Frauen konzipiert.

«Für Fortschritt, Wohlergehen, sozialen Frieden und Kultur»

Auf Tafeln werden sich Fotos von einst und jetzt gegenübergestellt und wird beschrieben, womit damals begonnen wurde und welche Aufgaben die Freiwilligen heute wahrnehmen, «für Fortschritt, Wohlergehen, sozialen Frieden und Kultur».

Das reicht von Lehrlingsausbildung über Seniorenbetreuung bis zu Brockenstuben, deren Erlös für gute Zwecke verwendet wird. «Wir packen dort an, wo der Staat es nicht tut - unkompliziert, unbürokratisch, mit Sachkompetenz und Herz. Freiwilligenarbeit ist so wichtig, dass sie im wahrsten Sinne des Wortes unbezahlbar ist», schloss Leuenberger.

Ammann Franz Nebel hatte die Grüsse des Gemeinderates überbracht und die Gemeinnützigen Frauen von Bad Zurzach angeregt, wenn irgend möglich vermehrt Ausländerinnen und Jugendliche zu integrieren. «Weil in dem Verein die Sensibilität für Schwächere gefördert, Anstand gelehrt und der Sinn für Freiwilligkeit geweckt werden.»

Glücklich durfte Arthur Vögeli als Präsident der St.-Verena-Stiftung aus den Händen von Vereinspräsidentin Heidi Schölly einen Check über 1000 Franken an die Kosten der Renovation des Verena-Münsters entgegennehmen.

Mit Herzblut

Glücklich waren die Anwesenden auch über die musikalische Umrahmung der Vernissage: Ex-Tagesschau-Moderator Heinrich Müller und seine dreiköpfige Band brachten Schwung und Freude mit englischen, aber auch mit schweizerdeutschen Songs, die viel von Sehnsucht erzählen.

Und auch ein ganzes Stück «african feeling» kam auf. Müller, mit einer Afrikanerin verheiratet, liebt diesen Kontinent, was er seinen Zuhörern mit Herzblut vermittelt: Er gab sich nicht nur stimmlich und instrumental, sondern auch mimisch und gestisch voll ein.

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