3287 Personen sterben täglich wegen Autounfällen, 2.2 Prozent aller Todesfälle soll sich laut der «Association for Safe International Road Travel» auf den Strassen ereignen. Interessant: 90 Prozent dieser Unfälle passieren in Länder mit tiefem und mittlerem Einkommen.

Yunga-Strasse, Bolivien

Der Name sagt es schon: «Strasse des Todes» heisst die 65 Kilometer lange Passage, welche die bolivianische Hauptstadt La Paz mit dem Dorf Coroico verbindet. Sie startet bei garstigen Verhältnissen in 4000 Meter über Meer und endet 3000 Meter weniger hoch. und Die einspurige Strasse führt meist ohne Leitplanken an steilen Abhängen vorbei.

Wegen dem Regen und Nebel sowie dem matschigen und morastartigen Untergrund kommt es immer wieder zu Unfällen. Auch Steinschläge und Erdrutsche kommen öfters vor. Bis 2007 starben jährlich 200 bis 300 Reisende, die Unfallstellen sind auf der ganzen Strecke mit Kreuzen markiert.

1983 stürzte ein Car mit über 100 Insassen in den Tod. Vor rund zwanzig Jahren wurde die Yunga-Strasse von der Interamerikanischen Entwicklungsbank zur «gefährlichsten Strasse der Welt» erkoren. Auf der kurvigen Strasse gilt Linksverkehr, damit die links sitzenden Fahrer den Abgrund besser einschätzen können.

Seit dem Bau einer neuen, asphaltierten und vor allem breiteren Strasse freuen sich vor allem noch Downhill-Mountainbiker am Adrenalin-Kick in den Bergen Boliviens.

BR116, Brasilien

Zwei Buchstaben und drei Zahlen - der schlichte Namen ist irreführend, denn die meistbefahrene Autobahn Brasiliens von Porto Alegre über Curitiba nach Sao Paolo fordert jedes Jahr zahlreiche Todesopfer.

Das Teilstück zwischen Curitiba und Sao Paulo gilt als «Rodovia da Morte», auch die Brasilianer haben also ihre «Strasse des Todes». Nicht ganz zu Unrecht, denn kein anderer Strassenabschnitt in Brasilien fordert so viele Todesopfer wie die Rodovia.

Der Strassenzustand ist teilweise katastrophal, an vielen Stellen ist die Strasse trotz steilen Klippen nicht gesichert. Viele Lastwagen bringen den Verkehr regelmässig zum Erliegen - die als heissblütig bekannten Brasilianer freut das ganz und gar nicht.

Sichuan-Tibet Autobahn

In keinem Land gibt es mehr Verkehrstote als in China: Rund 70 000 Menschen sollen 2009 ihr Leben auf der Strasse verloren haben, von der Dunkelziffer ganz zu schweigen. Kein Wunder gilt die Autobahn zwischen Sichuan im Osten von China in den Westen nach Tibet.

14 Berge überwindet die Autobahn, darunter auch 4500 Meter hohe Gebirgsketten. Unzählige wilde Flüsse und ein Teilstück durch den Urwald erschweren die Fahrt zusätzlich. Wegen der Höhenlage kommt es immer wieder zu Erdrutschen und Lawinen, das Wetter schlägt zudem extrem schnell um. Auf der schmalen Schotterstrasse alles andere als optimal. Und: Es kann mehrere Tage dauern, bis ärztliche Versorgung am Unfallort eintrifft.