Sie wollte nicht ausschliessen, dass die Bombenleger der baskischen Untergrundorganisation ETA die Sprengsätze bereits vor Tagen gelegt und die Insel längst verlassen haben könnten.

Wie aus Ermittlerkreisen verlautete, hatte die ETA am Sonntag auf Mallorca offensichtlich nicht drei, sondern vier Bomben gezündet. Alles deute darauf hin, dass eine Explosion in einem Lokal im Zentrum der Inselhauptstadt Palma ebenfalls von der ETA ausgelöst worden war.

Die Detonation war zunächst als eine Gasexplosion und ein Unglücksfall eingestuft worden. Die Explosion in der Gaststätte hatte sich eine halbe Stunde nach einer telefonischen Warnung der ETA ereignet.

Die Terroristen hatten in mehreren schwer verständlichen Anrufen vor mehreren Sprengsätzen gewarnt. Später detonierten in Palma noch drei weitere Bomben. Menschen wurden bei der Anschlagsserie nicht verletzt. Die Bomben hatten nur eine geringe Sprengkraft und richteten kaum Schäden an.

Der Anschlag auf die Gaststätte deutet darauf hin, dass die Terroristen die Bomben schon vor mehreren Tagen deponiert und mit Zeitzündern zur Explosion gebracht hatten. Das betroffene Lokal war nämlich seit Freitag geschlossen gewesen.

Weitere Sprengsätze waren in den Damen-Toiletten von Gaststätten und eines Einkaufszentrums in Palma explodiert. Dies deutete nach Ansicht der Ermittler darauf hin, dass wenigstens einer der Bombenleger eine Frau war. Unklar war allerdings, ob es sich bei den Tätern um dieselben Terroristen handelte, die am 30. Juli im mallorquinischen Badeort Palmanova zwei Polizisten ermordet hatten.