Wasser
Aufatmen in Bünzen

Nicht im Nidermoos in Bünzen, sondern weiter talabwärts zwischen Waltenschwil und Wohlen soll das Rückhaltebecken für das Bünztal gebaut werden.

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Bünz

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Aargauer Zeitung

Fabian Hägler

Marlise Müller, Frau Gemeindeammann von Bünzen, verkündete die frohe Botschaft für ihr Dorf an der Gemeindeversammlung. «Das Hochwasserrückhaltebecken wird zwischen Waltenschwil und Wohlen gebaut, und nicht im Nidermoos in Bünzen.»

Die örtlichen Landwirte, die sich seit Jahren gegen den Standort Bünzen ausgesprochen hatten, dürften gejubelt haben. Sie hatten sich mit dem Argument gewehrt, bei Hochwasser würde im Nidermoos zu viel Land überflutet.

Froh ist auch Marlise Müller, die vom Entscheid «ziemlich überrascht ist», wie sie sagt. Beim Vergleich der beiden Varianten mit Becken in Bünzen oder zwischen Waltenschwil und Wohlen habe die zweite Option «offenbar Vorteile gezeigt», erklärt sie.

Keine Gefahren in Bünzen

Der Gemeinderat Bünzen habe sich in der Vernehmlassung gegen einen Damm im Nidermoos ausgesprochen, hält Müller fest. «Gemäss der neuen Gefahrenkarte für das Bünztal ist unsere Gemeinde bei Hochwasser nicht gefährdet», erläutert sie. Deshalb sei es aus Bünzer Sicht sinnvoller, das Rückhaltebecken weiter talabwärts zu bauen.

«In Wohlen sind die Gefährdung und das Schadenpotenzial viel grösser als bei uns», betont Müller. Trotzdem gehe es nicht darum, die Verantwortung einfach abzuschieben. «Wenn sich herausgestellt hätte, dass ein Damm zwischen Wohlen und Waltenschwil nicht die notwendige Wirkung hat, hätten wir natürlich Hand geboten für die Variante Nidermoos», sagt sie. Weil das Becken bei Wohlen laut Müller «sogar eine bessere Drosselung erzielt als ein Becken im Nidermoos», stelle sich diese Frage nicht.

«Standort nicht definitiv»

Der Wohler Gemeinderat Christian Müller relativiert derweil die Aussage aus Bünzen. «Der Standort des Rückhaltebeckens ist aus meiner Sicht noch keineswegs definitiv», sagt er. Wohlen sei sich bewusst, dass Handlungsbedarf bestehe. «Aber es ist bei uns nicht einfacher, die Landbesitzer zu überzeugen als in Bünzen», erklärt Müller. Derzeit führe der Gemeinderat Wohlen erste Gespräche mit Grundeigentümern.

Frank Koch, Gemeindeschreiber von Waltenschwil, will noch keine Stellung zum geplanten Becken nehmen. Auch Markus Zumsteg, Leiter Wasserbau beim Kanton, äussert sich nicht über das Projekt. «Am 8. Dezember werden die Grundbesitzer informiert, am 25. Januar die Bevölkerung», sagt er.