Vindonissa

Auf Tuchfühlung mit den alten Römern

15 000 Besucherinnen und Besucher zeigten sich bisher vom Legionärspfad begeistert. Er bietet weit mehr als nur museale Einblicke in geschichtsträchtige Zeiten. An diversen interaktiven Stationen können Teilnehmende mit allen Sinnen in den Alltag der Legionäre eintauchen, die im 1. Jh. nach Christus hier stationiert waren.

Ursula Burgherr

Die Erwartung stieg, als Emily, Stella, David und ihre Freundin Narischa mit Legionärsrucksack, Römerpass und Audioguide ausstaffiert wurden und sich gemeinsam mit Papa Ralf auf den Rundgang durch den Erlebnispark in Windisch machten. Fasziniert liessen sie sich von der Zeitmaschine 2000 Jahre zurückkatapultieren in die Ära, als die 11. Legion Claudia Pia Fidelis in Vindonissa stationiert war. Und tauchten in eine für sie völlig neue «alte» Welt ein. Schon bald marschierte die erste kleine Einheit römischer Legionäre in Vollmontur zu original lateinischen Marschkommandos auf. Vor allem die jungen Damen zeigten sich beeindruckt; allerdings weniger wegen der sprachlichen Kenntnisse als vielmehr des schmucken Äusseren der Mannen in Ketten- und Panzerhemden.

So echt wie sonst nirgends

Vor der Contubernia gab David vollen Einsatz beim Mahlen des Dinkelmehls zwischen schweren Steinen. Und zeigte sich doch recht froh, dass er anschliessend seine Brotzeit fixfertig vom Würstchenstand beziehen konnte. Ruhig Blut und eine sichere Hand musste er schliesslich am Katapult beim Pfeilschiessen beweisen. Natürlich wurde sein Versuch von kundigen Augen eines Geschichtsexperten des Vereins Legio XI beobachtet. Dessen Mitglieder waren für die eindrücklichen Demonstrationen und Vorführungen verantwortlich und meinten unisono: «Es gibt keinen anderen Platz in der Schweiz, der Legionärs-Geschichte so originalgetreu und hautnah widerspiegelt wie diesen hier.» Alexander Schwab (Klushof Aesch) kurvte mit einem zweispännigen römischen Streitwagen im Areal herum und sorgte für Aufsehen. Schwab ist professioneller Kutschenfahrer, gibt einerseits Fahrkurse für Leute, die selber eine Kutsche lenken wollen, und bildet Pferde für den Vorspann aus.

Römischer Alltag zum Erleben

Salome Maurer, Betriebsleiterin Legionärspfad, und ihr Team wollten das Festwochenende nutzen, um die erste Saison nach der Inbetriebnahme im Juni 2009 zu feiern. Und mittels verschiedener Sonderaktionen die Vergangenheit wie in einem Film aufleben zu lassen. «Wir haben auf den Rundgängen gemerkt, dass die Leute vor allem daran interessiert waren, wie die Legionäre ihren Alltag meisterten; Essen zubereiteten, Münzen prägten, ihre Häuser bauten usw. Diesen Alltag wollten wir am Legionärspfad den Besucherinnen und Besuchern von Mensch zu Mensch weitergeben, als Ergänzung zu unseren Erlebnis- und Hörspielen.» Von den bisher rund 15 000 Besuchenden erhielt Salome Maurer fast ausnahmslos positive Rückmeldungen. Allerdings sind für die nächste Saison auch Optimierungen vorgesehen. «Die Hörspiele werden gekürzt und zusätzlich ins Englische und Französische übersetzt.» Ausserhalb der Rundgänge plant man verschiedene Workshops - z. B. Mosaiksteinlegen. Und 2011 soll der Legionärspfad mit zwei neuen Stationen zusätzlich an Spannung und Vielfalt gewinnen.

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