Wahrscheinlich würden die Rettungskräfte erst am Wochenende in alle betroffenen Gebiete vordringen können, sagte der Chef der Hilfsorganisation Caritas Australia, Jack De Groot. Rund 32'000 Menschen brauchten Hilfe.

Das Spital in der Hauptstadt Apia in Samoa war von dem Ansturm der Verletzten überfordert. Den Ärzten gingen nach Medienberichten die Blutreserven aus. Das Land brauche dringend Nahrungsmittel, Trinkwasser, Zelte und Plastikplanen, sagte Regierungschef Tuilaepa Sailele Malielegaoi.

Nach den neuesten Angaben kamen rund 150 Menschen beim Tsunami ums Leben. Allein in Samoa starben nach Regierungsangaben mindestens 110 Menschen. In rund 80 Kilometer entfernten Amerikanisch-Samoa sind 31 Todesfälle bestätigt.

Gross ist auch die Zahl der Obdachlosen. Allein auf Samoa haben mindestens 6000 Menschen ihr Dach über dem Kopf verloren. Die Regierung in Samoa rief Familien in höher gelegenen Regionen auf, Flüchtlinge aus der Küstenregion aufzunehmen.

Australische und neuseeländische Flugzeuge mit Ärzten und Katastrophenhelfern an Bord trafen in Samoa mit Hilfsmaterial, Trinkwasser und medizinischer Ausrüstung ein.

Mehrere Reporter berichteten unterdessen aus Pago Pago, der Hauptstadt von Amerikanisch-Samoa, dass dort dutzende Geschäfte geplündert wurden. In der Stadt mit 90'000 Einwohnern seien nach seiner Einschätzung 90 Prozent der Geschäfte betroffen, sagte Aufage Fausia von den "Samoa News".

Die Plünderer rissen Zigaretten und Alkoholika an sich, laut Fausia jedoch "vor allem Lebensmittel, gefrorene Hähnchen und so etwas". Die Polizei erklärte, sie müsse sich zunächst auf die Unterstützung der Hilfsbedürftigen konzentrieren.

Der Tsunami auf den Samoa-Inseln war am Dienstag von einem Seebeben der Stärke 8,0 im Pazifik ausgelöst worden. Ganze Dörfer und Ferienanlagen wurden dabei von bis zu acht Meter hohen Flutwellen weggespült.