«Auf einer gesunden Basis weiterarbeiten»

Die Kunst profitiere von der Subventionserhöhung, sagt Kaserneleiterin Carena Schlewitt. «Das Publikum wirds spüren»

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Carena Schlewitt

Carena Schlewitt

bz Basellandschaftliche Zeitung

Christian Fluri

Carena Schlewitt, die Kaserne Basel soll ab 2010 von Basel-Stadt und Baselland insgesamt 600 000 Franken mehr Subvention im Jahr erhalten. Sind Sie mit der Erhöhung von 1,65 auf 2,25 Millionen zufrieden?
Carena Schlewitt: Ja, ich würde mich sehr freuen, wenn die basel-städtische Subventionserhöhung von 400 000 Franken vom Grossen Rat angenommen wird. Wir könnten mit den insgesamt 600 000 Franken mehr auf einer gesunden Basis weiterarbeiten.

Mit der Subventionserhöhung verbunden ist die Auflage, dass die Finanzkontrolle Basel-Stadt ihre Quartalsabschlüsse kontrolliert und dass Sie Ausgaben von mehr als 50 000 Franken von der Abteilung Finanzen und Controlling des Präsidialdepartements absegnen lassen müssen. Sehen Sie das als Misstrauensvotum?
Schlewitt: Nein, das sehe ich nicht so. Thomas Keller, der Geschäftsführer der Kaserne, und ich haben bereits intern für unsere Ausgaben neue Controlling-Massnahmen eingeführt. Dass unsere Rechnungen nun vom Subventionsgeber überprüft werden, sehe ich als Teil unserer partnerschaftlichen Verständigung. Ich habe kein Problem damit, dass unsere Ausgaben und Rechnungen von Aussenstellen genauer angeschaut werden.

Die von NonproCons erstellte Betriebsanalyse der Kaserne fordert eine Verbesserung der Führungsstrukturen im Vorstand und in der Leitung. Welche Veränderungen leiten Sie ein?
Schlewitt: Die Studie bestätigt zunächst grundsätzlich, dass der Verein als Trägerschaftsform für einen Betrieb wie die Kaserne geeignet ist. Wie in jedem Verein ist die Vorstandsarbeit ehrenamtlich. Doch erfordert die Struktur der Kaserne, dass diese Arbeit in Bezug auf Aufteilung von Ressorts weiter professionalisiert wird. Das wird im Vorstand diskutiert - wobei wir am Gespräch beteiligt sind. Zudem läuft die durch die Amtszeitbeschränkung festgelegte Präsidialzeit von Thomas Gelzer im Mai 2010 ab. Der neue Präsident oder die neue Präsidentin wird den neuen Führungsvorgaben entsprechend gesucht.

Und in der Leitung der Kaserne selbst? Die Studie schlägt ja auch eine klare Kompetenz des Musikleiters für das Musikprogramm vor?
Schlewitt: Sandro Bernasconi ist der Musikprogrammleiter, hat also eine Leitungsfunktion in Bezug auf das Musikprogramm, welches ja ein Hauptbestandteil des gesamten künstlerischen Profils der Kaserne bildet. Er entwickelt sein Programm, zusammen mit dem Assistenten Linus Munz, frei und eigenverantwortlich.

Werden die Besucher der Kaserne die Subventionserhöhung spüren?
Schlewitt: Bestimmt werden sie das. Das Geld kommt der Kunst zugute. Viele Projekte mussten wir auf Eis legen. Deren Realisierung könnten wir nun angehen. In den Kooperationen mit anderen Häusern, mit Freien Theater- oder Tanzgruppen, mit Festivals könnten wir künftig als echte Partner auftreten, weil wir zu den Koproduktionen selbst einen wirklichen Beitrag leisten könnten. Mit mehr Subventionen kann sich die Kaserne wirklich zu einem Zentrum für Performing Arts und Populärmusik entwickeln. Und wir könnten auch einmal eine wichtige internationale Truppe einladen, wenn sie gerade auf Tournee ist. Natürlich braucht es weiterhin Drittmittel. Diese zu akquirieren, ist Teil meines Geschäfts. Nur kann es nicht sein, dass das ganze Programm über Drittmittel finanziert wird.

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