Basel
Auf die Isolation folgt die Öffnung

Lange war es ruhig um die seit Anfang 2008 im Beinwiler Kloster lebende ökumenische Gemeinschaft des Leiters Christoph Wilden. Nun wagt sie sich erstmals in die Welt hinaus.

Drucken
Teilen
Kloster Beinwil

Kloster Beinwil

bz Basellandschaftliche Zeitung

Michael Nittnaus

Am 2. August ist es soweit. An diesem Sonntag besucht die ökumenische Klostergemeinschaft Beinwil zum ersten Mal eine andere Kirchgemeinde. «Die römisch-katholische Pfarrei Allerheiligen in Basel macht den Anfang, weitere Besuche werden folgen», verkündet Christoph Wilden sichtlich erleichtert. Für den Leiter der Gemeinschaft läutet der Schritt vor die Klostertore einen neuen Abschnitt ein: «Renovieren, reparieren, aufräumen - das prägte die letzten eineinhalb Jahre. Nun haben wir endlich freie Kräfte und die Zeit, Einladungen aus der Region anzunehmen.»

Dass der erste Besuch in die Pfarrei Allerheiligen führt, ist kein Zufall. Mehrere Mitglieder der «Freunde der ökumenischen Gemeinschaft Beinwil» wohnen im Neubad-Quartier und haben es angeregt. «Unsere Pfarrei ist wie das gesamte Quartier sehr ökumenisch geprägt», weiss die dortige Sozialarbeiterin Annagret Bischofberger. Viele hätten beim Wiederaufbau des Klosters geholfen. Für Bischofberger ist es wichtig festzuhalten, dass die Gemeinschaft um Bruder Christoph nicht so zugeknöpft und abgeschottet sei wie jene um den Ende Juni verstorbenen Christian Homey (siehe rechts). «Für Besucher standen unsere Türen schon immer offen», hält auch Wilden fest.

Brandschutz nicht gesichert

Die Gäste, die kamen, trafen allerdings lange unhaltbare Zustände an. Wilden wird deutlich: «Unsere gesamte Energie ging in die Aufbauarbeit. Ohne Gottvertrauen und Gebet wären wir heute nicht mehr hier.» Auch die grosse Unterstützung der Klosterfreunde und vieler Menschen aus der Region sei entscheidend gewesen, dass Räumlichkeiten und Gärten heute wieder einladend wirken. «Das Lebenswichtige ist nun vorhanden. Dank der Stiftung Beinwil funktionieren auch Heizung, Strom und Warmwasser. Freuen würden wir uns noch über einiges für die Werkstätten und Gärten», so Wilden.

Grösster noch verbliebener Kostenpunkt ist aber die Brandschutzanlage, die dringend revidiert werden müsste. Dass dies die Aufgabe der Stiftung wäre, weiss auch Stiftungsratsmitglied Xaver Pfister der römisch-katholischen Kirche Basel-Stadt: «Wir haben leider keine Geldreserven. Eventuell starten wir eine Sammelaktion in den umliegenden Kirchgemeinden.» Pfister könnte sich aber auch ein Engagement des Kantons Solothurn vorstellen. Schliesslich wolle dieser sicher verhindern, dass das unter Denkmalschutz stehende Kloster nach 1978 ein weiteres Mal Opfer der Flammen wird.

Info

«Beinwil meets Allerheiligen», am Sonntag, 2. August, um 9.30 Uhr in der Kirche Allerheiligen beim Neubad. Bruder Christoph stellt die Gemeinschaft vor.

Kloster hat schon 180 «Freunde»

Neben der Gemeinschaft waren die letzten Monate auch für den Freundesverein ein Neuanfang, obwohl viele Mitglieder des alten Freundeskreises geblieben sind. «Finanziell starteten wir bei Null und genau das bleibt auch unser Ziel: Wir wollen kein Vermögen mehr anhäufen. Was wir verdienen, setzen wir sogleich für die Ökumene ein», hält Vereinspräsident Roland Grütter fest. Die 20 000 verbliebenen Franken des Vorgängervereins fielen der Stiftung zu. «Das Geld haben wir längst wieder ins Kloster gesteckt», so Pfister. Der Verein zählt mittlerweile 180 Mitglieder - Tendenz steigend. Die Klostergemeinschaft besteht aus 15 Menschen, drei weitere stossen im Oktober hinzu.

Aktuelle Nachrichten