Ämmenair
Auf der Bühne «is nobody perfect»

Das erste Ämmenair – Kultur von Jugendlichen für Jugendliche – hat sich nicht nur für das Zielpublikum gelohnt, sondern auch für die Organisatoren: Für ihre Idee der Jugendkulturtage hat sie der Kanton mit dem Mitwirkungspreis ausgezeichnet.

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Skater am Ämmenair

Skater am Ämmenair

Berner Rundschau

Marisa Cordeiro

Es war vor gut einem Jahr, als es über Bätterkinden wie aus Eimern vom Himmel goss. Der Zeitpunkt für solche Spässe hätte Petrus wahrlich besser wählen können, denn: Es waren genau jene Tage, an welchen sich die Saalanlage erstmals zum bunten Schauplatz der Jugendkultur gewandelt hatte - es war das Wochenende des ersten Ämmenairs.

Organisatoren und Besucher liessen sich damals vom Wetterpech aber nicht beirren: Sie nutzten die Plattform, um ihre Künste zu präsentieren und sich auszutauschen.

Zweit von 32 Teilnehmenden

Schon damals waren sich die organisierenden Jugendlichen bewusst: «In der Region gibt es nirgends ein solches Festival wie dieses», wie es der damalige Mediensprecher Clemens Haupt gegenüber dieser Zeitung formulierte. Zu diesem Schluss ist nun auch der Kanton gekommen. Er hat das Ämmenair mit dem Mitwirkungspreis ausgezeichnet: Von 32 eingeschickten Dossiers erzielte das Ämmenair den zweiten Platz und erhielt von einer Gesamt-Gewinnsumme von 5000 Franken den Anteil von 1300 Franken.

«Ich war überrascht, dass wir gewonnen haben», sagt Simon Bosch (17), Mediensprecher des kommenden Ämmeairs. «Dies, obschon Clemens Haupt, Urs Widmer und ich uns beim Zusammenstellen des Dossiers sehr viel Zeit genommen und uns Mühe gegeben haben.» Die Mappe - die Grundidee mit Fotos und Zeitungsartikeln garniert - hätten wohl Pluspunkte beschert, mutmasst er. Die Idee, am Wettbewerb teilzunehmen aber sei von Jugendarbeiter Urs Widmer gekommen.

«Ich fand, diese Gelegenheit sollten wir nutzen», sagt Widmer seinerseits. Immerhin könne das Ämmenair den Zustupf gebrauchen. «Für mich aber ist die Anerkennung für die Jugendlichen das Wichtigste. Sie haben viel und gute Arbeit geleistet.» Widmer weiss, womit das Ämmenair punktete: «Erstens sind regionale Jugendkulturtage selten, zweitens ist der Partizipationsgrad der Jugendlichen beim Ämmenair maximal und drittens bietet es eine grosse Vielfalt an Möglichkeiten.» Schön sei ausserdem, findet er, dass der Kanton offensichtlich die Arbeit der sozilkulturellen Animatoren anerkennt. «Wir widmen uns weniger einzelnen Härtefällen, sondern der kulturellen Entwicklung.»

Bosch rät zu Mut

Nach soviel Zuspruch ist ein neues, neunköpfiges OK deshalb bereits damit beschäftig, das nächste Ämmernair zu organisieren. Dieses findet am Freitag, 11. und Samstag, 12. September statt. «Gegenwärtig sind wir auf Sponsorensuche», sagt Bosch. Am Grundkonzept habe sich nichts geändert. Wiederum gehe es darum, die Jugendkultur sichtbar zu machen. Das könnten Musikbands, Tänzer, Akrobaten, aber auch Komiker oder Poeten sein, zählt Bosch auf, die sich auf der Bühne präsentieren. Der Vielfalt sei keine Grenzen gesetzt. Er spricht den Hobbykünstler Mut zu: «Wir suchen keine Stars, die sich bereits etabliert haben, sondern Personen wie du und ich, die Freude daran haben, für einmal etwas Bühnenluft zu schnuppern.» Dabei sei eines ganz wichtig: «Nobody is perfect», betont Bosch. Auch altersmässig seien alle willkommen, die Zielgruppe seien aber die Jugendlichen.

Wiederum ist auch der Skate-Contest Bestandteil des Ämmenairs. Bosch sagt: «Letztmals haben wir so viel positives Feedback erhalten und sind von Reklamationen verschont geblieben, so dass ich mir sicher bin: Auch dieses Ämmenair wird ein toller Event.» Darauf freue er sich jetzt schon und hoffe wiederum auf einen bunten Mix an Auftritten.

Wer die Gelegenheit der Ämmenairs nutzen will, meldet sich unter 077 425 59 23

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