A1

Auf der A1-Baustelle wird um jeden Zentimeter Autobahn gerungen

Die Sanierung der A1 zwischen Lenzburg und Birrfeld läuft auf Hochtouren. Demnächst kann mit dem Bau der Halbüberdeckung in Lenzburg begonnen werden.

Toni Widmer

Rund 210 Millionen Franken investiert der Bund in die umfassende Sanierung der A1 zwischen Lenzburg und Birrfeld, mit der im November 2009 begonnen worden ist. Die beauftragten Unternehmen haben die verkehrsärmere Ferienzeit dafür genützt, die Baustelle komplett einzurichten.

Insbesondere wurde im Bereich der künftigen Halbüberdeckung in Lenzburg – dem mit 36,6 Mio. Franken teuersten Einzelprojekt der Sanierung – die Verkehrsführung in mehreren Nachtschichten auf 3/1 umgestellt.

Äusserst enge Verhältnisse

Die Verkehrssituation im Baustellenbereich hat sich damit etwas entspannt. Weiter östlich, bei der Querung der Aabachbrücke, sind die Fahrbahnen aber nach wie vor sehr eng.

Das liegt grundsätzlich an der Konstruktion des Viadukts, welches einst nur für einen Pannenstreifen in reduzierter Breite ausgelegt wurde. Entsprechend knapp ist der Platz für die Einrichtung von vier Fahrspuren und einer Baustelle geworden.

Bei der Planung wurde dafür um jeden Zentimeter gerungen. So stehen im Brückenbereich jetzt beispielsweise Absperrelemente, die lediglich 60 statt der üblichen 80 Zentimeter breit sind.

Bei der Aabachbrücke, die links und rechts um jeweils 2,3 Meter verbreitert wird, stehen die Fundamentverstärkungen kurz vor dem Abschluss. Am Dienstag ist der erste von mehreren neuen Querträgern betoniert worden, welche die Verbreiterung stützen werden.

Baubeginn an Überdeckung

Die Vorarbeiten für die knapp 500 Meter lange Halbüberdeckung in Lenzburg haben schon im Herbst 2009 begonnen. Im Winter sind die Kabelschächte nach aussen verlegt worden, was die heutige Verkehrsführung überhaupt erst ermöglicht hat.

Am 19. Juli ist mit der eigentlichen Realisierung begonnen worden. In den vergangenen Wochen wurden die Böschung gerodet und die Baustelle mit einer Rampenzufahrt ab dem Lenzburger Industriequartier erschlossen. Als Nächstes wird die Hauptentwässerung der A1 in diesem Bereich neu verlegt. Eine aufwändige Arbeit, denn die Rohre liegen in einer Tiefe von 4 bis 8 Metern.

In einer weiteren Etappe wird die Rückwand der Halbüberdeckung erstellt. Entgegen ersten Plänen mit einer freitragenden Konstruktion wird die 460 Meter lange und knapp 20 Meter breite Überdeckung als Galerie ausgeführt.

Böschungsseitig gibt es eine feste Wand, autobahnseitig einen so genannten Stützenraster. Vom Neubau tangiert ist auch die Autobahnüberführung der Hardstrasse. Die bisherige Brücke wird abgebrochen und der Übergang in die Galerie integriert.

Über 100 Arbeiter auf Baustelle

Auf der 9,5 Kilometer langen Baustelle zwischen Lenzburg und Birrfeld sind zurzeit übrigens täglich über 100 Arbeiter im Einsatz, dazu kommen rund zwei Dutzend Bauführer und Bauleiter.

Sie haben bei der Mägenwiler Brücke bereits die alte Mittelkonsole abgebrochen und das erste von acht Elementen der neuen Konsole wieder betoniert. Auf dem Bünztalviadukt, das in zwei Etappen gänzlich neu erstellt wird, wird ab September die provisorische Mittelleitmauer erstellt, welche für die Verkehrsführung in der Neubauphase nötig ist.

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