Auf den Spuren des Elefantenverwandten

Mammutmuseum Niederweningen

Auf den Spuren des Elefantenverwandten

Mammutmuseum Niederweningen

Mammuts, die faszinierenden Verwandten der Elefanten, besiedelten einst das ganze Mittelland. Wie sie lebten, zeigt das Museum in Niederweningen.

Dieter Minder

In einem Steinbruch bei Veltheim wurden Knochen und Zähne eines Mammuts gefunden. Vor etwa 12000 Jahren sind sie, am Ende des Erdzeitalters Pleistozän, ausgestorben. Zuvor hatten sie, zusammen mit Wildpferden, Steppenbisons, Wölfen, Wollnashörern und Höhlenhyänen, im sumpfigen Waldgebiet am Rande der Gletscher gelebt. Heute zeugen Torfschichten von der damaligen Vegetation. Darin eingebettet hatten die Mammutknochen in Niederweningen die Zeit überdauert. Als 1577 in Reiden Knochen gefunden wurden, wusste niemand, um was es sich handeln könnte. Erst 1799 erkannte der deutsche Naturforscher Johann Friedrich Blumenbach, dass es sich um Teile von Mammuts handeln musste.

Vom Mammut zum Klima

Die Sensation ereignete sich 1890, Eisenbahnarbeiter stiessen auf die reichhaltigste eiszeitliche Wirbeltierfundstelle der Schweiz. Mehr als 100 Knochen und Backenzähe wurden geborgen. Als 2003 ein zusammenhängendes Mammutskelett gefunden wurde, wurde Niederweningen zum schweizerischen Mammutdorf. Die Stiftung Mammutmuseum und ein Förderverein wurden gegründet. Im Oktober 2005 wurde das Mammutmuseum Niederweningen eröffnet. Dieses entwickelte sich zum wissenschaftlichen Zentrum der schweizerischen Mammutforschung. Seit 2009 läuft das Projekt «Eiszeiten und Klimawandel im Wehntal», mit dem die Klimageschichte der letzten rund 200000 Jahre erforscht wird.

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