Horben
Auf dem Horben riss sich keiner um die Kuh

Die Braunviehauktion auf dem Horben war zwar gut besucht, aber nicht allzu erfolgreich. Die Käufer blieben zaghaft. Als «Paradiesvogel» war aber auch die Raiffeisenbank anwesend.

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Braunviehauktion Horben
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Braunviehauktion Horben
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Braunviehauktion Horben

Sebastian Hagenbuch

«Seht nur diese prächtige Kuh. Könnte sie Fahrrad fahren, würde sie Cancellara heissen», preist Gantrufer Bruno Furrer an der Viehauktion auf dem Horben ein Tier an. All seine Sprüche helfen wenig, die Käufer bleiben zaghaft.

35 Kühe unter dem Hammer

Bereits vor Beginn der Auktion zeigt sich Organisator Hugo Abt skeptisch. «Der Milchpreis ist schlecht, und die Diskussion um das ganze marktwirtschaftliche Umfeld schlägt auf die Euphorie», beklagt sich der Präsident des Aargauischen Braunviehzuchtverbandes. Dass an der 36. Braunviehauktion auf dem Horben mehr Kühe zum Verkauf stehen als letztes Jahr, sieht Abt als Spiegel des Marktes. «Die Bauern verkaufen ihre Tiere, da sie wenig Gewinn mit ihnen erwirtschaften können. Auch die Futterknappheit infolge des langen Winters trägt dazu bei», konstatiert Abt. An der diesjährigen Auktion kamen 35 Kühe unter den Hammer.

Die Auktion beginnt wenig vielversprechend. Gantrufer Furrer muss mit tiefen Preisen einstiegen. «An dieser Kuh stimmt Vieles. Ein schönes Euter, ein breiter Rücken - das Einzige, was nicht stimmt, ist der Preis!» witzelt er, um die versammelten Bauern und Viehhändler zum Bieten zu animieren. Die Hände bleiben aber oft unten, nur selten wird der Preis in die Höhe getrieben - was für die Käufer natürlich ideal ist.

Sofort die erste Kuh gekauft

«Ich habe mir gleich die erste gezeigte Kuh für 3000 Franken gesichert», ist Georg Kuhn aus Waldhäusern zufrieden. «Wir kennen den bisherigen Halter von Lupine», ergänzt sein Sohn Peter stolz. Nicht alle Kühe konnten letztendlich versteigert werden. «Fünf Tiere mussten wieder mit nach Hause genommen», gibt Abt enttäuscht Auskunft. Er bilanziert: «Durchschnittlich bezahlte man pro Kuh 2837 Franken. Das höchste Gebot lag bei 3650 Franken.»

Der harzige Verlauf der Auktion lag an der zu geringen Nachfrage. «Es fanden zwar viele Leute den Weg auf den Horben, aber nur wenige haben effektiv mitgeboten», begründet Hugo Abt. Viele kamen her, um die Atmosphäre bei einer Wurst und einem Bier zu geniessen oder alte Bekannte wieder zu sehen.

Paradiesvögel auf dem Horben

Unter den Schaulustigen besonders aufgefallen sind zwei Herren in Anzügen und Lackschuhen, die zwischen den Bauern und Viehhändlern wie Paradiesvögel hervorstachen. «Wir sind von der Raiffeisenbank hier zu Besuch, da die Bauern wichtige Kunden von uns sind», erklärt Walter Gärtner von der Raiffeisenbank Beinwil.

Trotz dieses Dämpfers auf dem Horben ist Hugo Abt von der Wichtigkeit der Viehauktionen überzeugt. «Auktionen sind ein wichtiger Gradmesser für den Viehmarkt. Sie geben Auskunft, wie viel die Tiere aktuell wirklich wert sind», betont Abt.

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