Bürgerspital Basel

Auf dem falschen Fuss erwischt

Aus: Das Orthopädische Zentrum des Bürgerspitals Basel hat nicht rentiert. (Heinz Dürrenberger )

Bürgerspital

Aus: Das Orthopädische Zentrum des Bürgerspitals Basel hat nicht rentiert. (Heinz Dürrenberger )

Das Orthopädische Zentrum des Bürgerspitals Basel stellt Mitte Dezember den Betrieb ein.

Franz Osswald

«Das Orthopädische Zentrum ist auf die Produktion von orthopädischen Mass- und Serien-Schuhen und auf Schuheinlagen spezialisiert. Qualifizierte Fachkräfte, handwerkliches Geschick, langjährige Erfahrung und umfassendes Know-how sind Garant für hochwertige, erstklassige Produkte.» So steht es (noch) auf der Homepage des Bürgerspitals Basel. Doch am 15. Dezember wird einer der zwölf Betrieben und Werkstätten, die vom Bürgerspital betrieben werden, das Orthopädische Zentrum, schliessen, teilte die Geschäftsleitung gestern mit.

Erst vor etwas mehr als einem Jahr, im Sommer 2008, zog das Orthopädische Zentrum an die Flughafenstrasse 235. Eine Massnahme, die es ermöglichen sollte, sich auf dem sich verändernden Markt behaupten zu können. Doch die Entwicklung ging in eine andere Richtung. Peter Flükiger, Leiter Betriebe und Werkstätten des Bürgerspitals Basel: «Als wir vor einem Jahr in eigene Räumlichkeiten an der Flughafenstrasse umzogen, redimensionierten wir bereits den Betrieb, weil der Geschäftsgang schon damals nicht optimal verlief. Es wurde aber auch in der Folgezeit nicht einfacher, Menschen mit einer IV oder mit einer beruflichen Massnahme für die Ausbildung zu orthopädischen Schuhmachern zu finden, weil die Anforderungen dazu sehr hoch sind.»

Konkurrenzdruck wurde grösser

Flükiger verneint nicht, dass man diese Entwicklung etwas unterschätzt habe und vielleicht mit allzu viel Hoffnung am neuen Ort gestartet sei. «Wir sind gewiss auch auf dem falschen Fuss erwischt worden», meinte er. Nebst der Ausbildung habe sich auch die Marge bei den Gehhilfen und weiteren Produkten zusehends verschlechtert, «der Konkurrenzdruck wurde laufend grösser». Als Kleinbetrieb habe man dieser wirtschaflichen Entwicklung nichts entgegnen können.

Das Orthopädische Zentrum bot ein breites Angebot an Schuhen, Einlagen und orthopädischen Hilfsmitteln an: Orthopädische Schuhe und Einlagen, von orthopädischen Mass-Schuhen über orthopädische Serienschuhe, Künzli-Spezialschuhe, Diabetiker- und Rheumatikerschuhe bis zu diversen Sportschuhen. Auch Orthopädische Schuheinlagen zur Korrektur von Fussdeformitäten wurden nach Mass gefertigt. Zur Rehabilitation führte das Zentrum diverse Gehhilfen wie Gehstöcke und Rollatoren im Sortiment sowie Produkte zur Inkontinenz- und Stomaversorgung sowie Spitex-Material.

Trotz dieses Dienstleistungsangebots konnte in den Kernbereichen keine Verbesserung erreicht werden. Dazu gehören das begleitete Arbeiten für Menschen mit einer IV-Rente, berufliche Massnahmen im Rahmen eines IV-Auftrags und die oben beschriebenen Dienstleitungserbringungen. Die Anpassung an den sich verändernden Markt schaffte das Orthopädische Zentrum nicht mehr.

Für die insgesamt zehn Mitarbeitenden wurden zum Teil schon Lösungen gefunden. Zwei Mitarbeitende gründen eine neue Firma auf ihrem bisherigen Arbeitsfeld, eine Firma in Sissach übernimmt die Schuhmacherei, sodass der Maschinenpark und das Materiallager weitgehend übernommen werden.

Für die weiteren Betroffenen ohne Rente wurden «einvernehmliche Lösungen» gefunden, für jene mit Rente lautet das erklärte Ziel, ihnen innerbetrieblich oder extern einen neuen Arbeitsplatz anbieten zu können.

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