Auenschutzpark verdrängt Hundeparadies

Projektübersicht: Zwischen Auensteiner Brücke und Kläranlage soll südlich des Unterwasserkanals und der alten Aare ein neuer Seitenarm geschaffen werden. (ho)

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Projektübersicht: Zwischen Auensteiner Brücke und Kläranlage soll südlich des Unterwasserkanals und der alten Aare ein neuer Seitenarm geschaffen werden. (ho)

Das kantonale Projekt «Auenschutzpark» soll bedrohte Lebensräume schützen sowie die landschaftlich und biologisch einzigartigen Auengebiete im Aargau erhalten. Mit der geplanten Realisierung der dynamischen Flussaue in Rupperswil geht aber auch ein Paradies für Hündeler verloren.

Toni Widmer

Für 8 Mio. Franken soll im Rupperswiler Schachen auf einer Fläche von rund 375 Hektaren eine natürliche Auenlandschaft gestaltet werden. Das Projekt dieser dynamischen Flussaue ist das Herzstück des kantonalen Auenschutzpark, den das Aargauer Stimmvolk aufgrund einer Volksinitiative am 6. Juni 1993 bewilligt hat. Der Auenschutzpark Aargau soll die noch vorhandenen Überreste der ehemals grossflächigen Auenlandschaften entlang von Aare, Reuss. Limmat und Rhein vernetzen. Geplant ist, bis 2014 rund 14 Quadratkilometer - das entspricht etwa einem Prozent der Kantonsfläche - als natürliche Flusslandschaften auszuscheiden und zu gestalten.

Einspracheverfahren läuft

In Rupperswil wird praktisch das gesamte Aareufergebiet zwischen der Auensteiner Brücke und der Kläranlage umgestaltet. Als zentrales Element soll ein 1,5 Kilometer langer Seitenarm zur alten Aare geschaffen werden, dem unter anderem das heutige «Waldstadion» des Fussballclubs Rupperswil weichen muss. Zurzeit läuft für das umfangreiche Projekt das Baubewilligungsverfahren. Die öffentliche Auflage hat im April stattgefunden, laut Bruno Schelbert, Programmleiter Auenschutzpark Aargau, starten in diesen Tagen die Einspracheverhandlungen. Ebenfalls im Gang ist die öffentliche Submission für die Vergabe der Bauarbeiten. Die Angebote der Unternehmer sind laut Schelbert bereits eingegangen und würden derzeit geprüft.

Im Rahmen der öffentlichen Auflage sind mehrere Einsprachen eingegangen, davon eine, die mit praktische identischem Text gleich von mehreren Personen eingereicht worden ist. Verlangt werden verschiedene Optimierungen des Projekts, unter anderem ein Badesee, offizielle Feuerstellen, eine andere Gestaltung des Wegnetzes sowie eine bessere Erschliessung des Gebietes für den zu erwartenden Ausflugsverkehr, unter anderem ein Ausbau der schmalen Brücken mit Rad- und Fusswegbereich. Keine Einsprache gemacht haben die zahlreichen Hundehalter, für welche die Insel zwischen Aare und Kraftwerkkanal in den vergangenen Jahren mehr und mehr zum eigentlichen Paradies geworden ist.

Hündeler sind unter sich

Weil die Insel in sich abgeschlossen ist, hat es dort kaum Biker und wochentags auch kaum Spaziergänger. Die Hündeler sind praktisch unter sich. Zudem können sie wegen dem fehlenden Wildbesatz im Inselwald ihre Tiere auch trotz offiziellem Leinenzwang frei laufen lassen. Das wird sogar von der Jägerschaft toleriert.

Mit der bevorstehenden Umgestaltung wird dieses Paradies wohl verschwinden. Zum einen, weil durch den teilweisen Abbruch des alten Aaredamms der bei den Hündelern beliebte Rundgang unterbrochen wird. Zum anderen, weil in der neu gestalteten Auenlandschaft dereinst mehr Besucher anzutreffen sein werden als heute.

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