Kriminalität

Auch im Säuliamt mehr Gewaltdelikte von Jugendlichen

Auch im Säuliamt mehr Jugendgewalt (Symbolbild).

Jugendgewalt

Auch im Säuliamt mehr Jugendgewalt (Symbolbild).

Im Bezirk Affoltern ist die Zahl der Gewaltdelikte – auch bei Jugendlichen – gestiegen. Die Gesamtzahl der Straftaten in der Region ist 2009 gegenüber dem Vorjahr um 3,8% gesunken. Kantonal ist sie um 1,8% höher als im Vorjahr.

Ein Blick in die Kriminalstatistik 2009 des Kantons Zürich, die in dieser Woche präsentiert wurde, zeigt eine leichte Zunahme der erfassten Straftaten auf gesamthaft 136{FSPACE}887. Das sind 1,3% mehr als im Vorjahr. 1,7% dieser Delikte wurden im Bezirk Affoltern verübt, nämlich 2322. Im Vergleich zum Vorjahr ist das eine Abnahme um 3,8%. Vergleiche mit dem letzten Jahr sind allerdings nur bedingt aussagekräftig. Denn nach beinahe drei Jahrzehnten KRISTA (Kriminalstatistik des Kantons Zürich) wurde ab 1. Januar 2009 die schweizweite PKS (Polizeiliche Kriminalistik) eingeführt. Die Umstellung auf eine andere Zählweise erforderte auch eine Anpassung der Erfassungsabläufe.
Jugendliche schlagen öfters und
härter zu
Mit Sorge verfolgen die Strafverfolgungsbehörden die Entwicklung der Delikte gegen Leib und Leben bei Jugendlichen sowie den Tatbestand des Raubes. Insgesamt werden 3486 Jugendlichen 5377 Straftaten zur Last gelegt. 60% wurden von Einzelpersonen und 40% durch Gruppen begangen. Die Qualität der Ereignisse habe sich nicht verändert und sich die Gewaltspirale leider nicht nach unten gedreht, heisst es in der Statistik. Wörtlich: «Als eigentliches Gesetz der Strasse scheint zu gelten: ansprechen - schlagen - rauben. In verschiedenen Fällen kommt schlagen jedoch bereits an erster Stelle.» Dabei ist die Art der eingesetzten Mittel unterschiedlich. Erwiesen ist auch, dass ein überwiegender Teil der Aggressoren den Opfern zahlenmässig weit überlegen ist. Faustschläge und Fusstritte reichen aus, um ein Opfer kampfunfähig und wehrlos zu machen; in solchen Fälle gelangen meist keine Waffen zum Einsatz. «Ausnehmen», sagen Jugendliche dazu und verharmlosen ihre Taten oft. - Brutale Überfälle durch Zürcher in München sowie äusserst rücksichtslose Banden in den Bezirken Affoltern und Winterthur schreckten die Bevölkerung auf. Dazu wird in der Statistik vermerkt: «Eher befremdlich erscheint in diesem Zusammenhang, dass die Tatverdächtigen in Winterthur und im Bezirk Affoltern sowie deren Straftaten durchaus weniger hohe mediale Wellen warfen, als in diesem Kontext vermutete Amtsgeheimnisverletzungen».
Von den im Säuliamt 132 beschuldigen Jugendlichen entfallen 32, die Delikte gegen Leib und Leben begangen haben und ermittelt werden konnten.


Zahl der Einbruchdiebstähle im Bezirk weiter rückläufig

Mehr Delikte gegen Leib und Leben, mehr Raubüberfälle und mehr Delikte gegen die sexuelle Integrität im Säuliamt: Detaillierte Zahlen sind nicht vorhanden; in der Statistik wird die Entwicklung mit nach oben zeigenden Pfeilen angegeben. Ähnliche Zahlen wie im Vorjahr gibt es in den Bereichen Vermögensdelikte und Brandstiftung.
Einbruchdiebstähle sind im Bezirk Affoltern weiterhin rückläufig. Dazu liegen Zahlen vor: Im vergangenen Jahr wurden 302 verübt, 21 weniger als in der Vorjahresperiode. Nach einer absoluten Spitze im Jahr 2006 mit rund 1200 Einbruchdiebstählen ist die Zahl seither rückläufig. (-ter.)

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