1. August
Auch Grenchen bekommt eines

An der Bundesfeier wird wieder ein Feuerwerk gezündet – fürs Zusammengehörigkeitsgefühl Sechs Jahre verzichtete die Stadt Grenchen auf ein Feuerwerk. Nun kam der Gemeinderat zur Einsicht, dass ein solches zum 1. August einfach dazugehört.

Drucken
Teilen
Feuerwerk

Feuerwerk

Grenchner Tagblatt

Hans Peter Schläfli

Zu einer rechten Bundesfeier gehört ein Feuerwerk. Dieser Meinung ist Vizestadtpräsident Hubert Bläsi (FdP). Deshalb hatte er im Gemeinderat eine dringliche Motion eingereicht mit dem Titel: Pro Feuerwerk 1. August. Damit schaffte es Bläsi, dass der Gemeinderatsbeschluss vom Oktober 2002, auf das Abbrennen von Feuerwerk zu Verzichten, wieder gestrichen wird. «Der Entscheid im Gemeinderat fiel grossmehrheitlich aus», erklärt der Vizestadtpräsident, «wenn ich mich richtig erinnere ohne Gegenstimme.»

Heinz Müller geht ins Stadion

Gemeinderat Heinz Müller (SVP) war einer der Organisatoren der alternativen Bundesfeier 2007, die damals am 31. Juli geschätzte 1600 bis 2000 Leute ins Stadion Brühl gelockt hatte. «Der Auslöser war das fehlende Feuerwerk, dann waren uns auch die Vorführungen zu kompliziert und zu hochgestochen», erklärt Müller seine damalige Motivation. «Wir wollten eine Bundesfeier für das Volk machen.» Letztes Jahr kam es zur Zusammenarbeit mit der Stadt, wobei Müller die Bundesfeier moderierte. «Diesmal wurde ich nicht mehr wegen einer Mitarbeit angefragt.» Er findet es schade, dass das Feuerwerk von Steuergeldern bezahlt wird. «Vielleicht hätte ich zusammen mit den früheren Sponsoren ein schönes Feuerwerk zur Verfügung stellen können. Aber der Stadtpark ist sowieso nicht ideal für die Bundesfeier, das Stadion wäre viel besser.» Und im Stadion wird Heinz Müller den Abend beginnen, denn der FC Grenchen bestreitet am 1. August um 15.30 Uhr ein Testspiel gegen Delémont. «Je nachdem, wie sich der Abend entwickelt, gehe ich nach dem Match noch mit meiner Frau an die Grenchner Bundesfeier. So oder so wünsche ich mir für alle, dass es ein schönes Fest gibt.» (hps)

An der Grenchner Bundesfeier wird der Gaukler Salem mit Feuerschlucken, Riesenstelzenlaufen und Zaubertricks auftreten, und die fünfköpfige Band Chef de Kef wird griechischen Folk und Zigeunermusik spielen. «Aber für den grossen Teil des Volkes gehört eben auch ein Feuerwerk zu einem richtigen 1. August», meint Bläsi.

Die Begeisterung der Kinder

Das letzte grosse Feuerwerk am 1. August 2002 kostete rund 11 500 Franken. Für das nächste am kommenden Samstag sollen höchstens 6000 Franken ausgegeben werden. «Wer ein grossartiges Spektakel sehen will, der soll nach Biel gehen. Dieses Feuerwerk wollen wir nicht konkurrenzieren. Unseres soll ein heimeliges Feuerwerk werden», sagt Bläsi, «denn für Grenchen ist die Bundesfeier vor allem wichtig, um das Zusammengehörigkeitsgefühl zu stärken.»

Bläsi freut sich über das «Fieber» der Kinder am 1. August: «Wenn ich sehe, mit welcher Begeisterung die Kinder feuerwerken, dann finde ich das schön.» Es sei ja auch eine Gelegenheit, wie der Umgang mit Zündhölzern, Feuern und Feuerwerk gelernt werden kann.

Verständnis für Tierschützer

Für die Anliegen der Tierschützer, die das Feuerwerk nicht gerne haben, weil es die Tiere verschreckt, hat Hubert Bläsi volles Verständnis: «Es stört auch mich, wenn es während einer ganzen Woche immer wieder knallt. Ich möchte, dass wirklich nur am 1. August Feuerwerk gezündet wird.» Der Vizestadtpräsident denkt, dass es an einem Tag im Jahr ein Feuerwerk verträgt, und dass sich die Tierschützer und die Tierhalter darauf einstellen können. «Von mir aus kann Grenchen auch ganz auf Böller verzichten. Das Feuer, das Leuchten und die Farben sind für mich der schöne Teil eines Feuerwerks.»

Aktuelle Nachrichten