«Auch für Schweizer gibt es Hausverbote»

Philippe Hayoz aus Brunegg arbeitet seit 16 Jahren als Security in verschiedenen Clubs und Bars im Aargau. Seine 15 Angestellten werden von einem Beamten aus der Ausschaffungshaft zweimal monatlich im Umgang mit aggressiven Gästen geschult.

Werden Ausländer von Türstehern diskrimniert?

Philippe Hayoz: Nein. Wir schauen immer den Menschen an, es spielt keine Rolle, welche Nationalität auf dem Ausweis steht. Wer sich anständig benimmt, hat nichts zu befürchten, denn auch für Schweizer, die sich daneben benehmen, gibt es ein Hausverbot. Andererseits darf man nicht vertuschen, dass bei jungen Ausländern die Gewaltbereitschaft grösser ist. Dies wird immer schöngeredet, doch an der Front wird man mit diesem Problem konfrontiert und man bekommt es zu spüren.

Als Türsteher übt man eine gewisse Macht aus?

Hayoz: Nein, ich habe keine Macht wenn ich an der Tür stehe. Meine Aufgabe ist es für den Gast da zu sein und ihm ein bestmögliches Gefühl an Sicherheit zu vermitteln. Als Türsteher ist man ein Spiegel des Clubs für den man arbeitet.

Was macht einen guten Türsteher aus?

Hayoz: Er braucht gute Nerven, darf nicht arrogant sein, braucht gutes Durchsetzungsvermögen und sollte die Gäste stets freundlich begrüssen. Ausserdem darf er sich nicht sofort angegriffen fühlen. Wenn einer dich mit «Hey Alter» begrüsst, darfst du das nicht persönlich nehmen und zurückfragen ob er einen Funken Anstand hat. Kampfsport muss ein Türsteher nicht betreiben, aber sportlich aktiv sein. Ich suche keine Prügler, jedoch muss man wissen wie man sich im Ernstfall zur Wehr setzt, um die Sicherheit der Gäste zu gewährleisten.

Wie geht man mit einem aggressiven Gast um?

Hayoz: Man muss ihm den Wind aus den Segeln nehmen. Wenn einer auf 380 ist, und ich ihm mit 120 antworte, ist er meistens so überrascht, dass die Luft schon fast draussen ist. An der Türe schauen wir nie nur die ersten drei Gäste an, wir haben immer die ganze Schlange im Blick. (ju)

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