Auch die deutsche Fahne wehte im Wind

Wahrscheinlich zum letzten Mal durfte Neuenhof als selbstständige Gemeinde feiern. Das dreitägige Fest wurde von einem Unfall überschattet: Ein Gast aus Holzgerlingen verbrühte sich mit heissem Wasser.

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Neuenhof
5 Bilder
Gemeinderat Daniel Schibli inmitten der Gäste bei der offiziellen Festeröffnung. Sandra Frischknecht Partnerschaft I
Die Süsswarenstände sind bei den Kindern immer beliebt Begehrt
Festhelfer in den verbindenden Leuchtwesten. Partnerschaft II
Kinder bei der Produktion Filzbälle

Neuenhof

Aargauer Zeitung

Sandra Frischknecht

«Liebe Einwohner von Neuenhof! Nachdem wir mit Verspätung die lange Reise von Holzgerlingen nach Neuenhof geschafft haben, sind wir glücklich, hier zu sein! Trotz Stau in der Hauptstadt Zürich», so fängt die herzliche Begrüssungsrede durch den Bürgermeister von Holzgerlingen an. Keiner nimmt Wilfried Dölker den kleinen «diplomatischen Fauxpas» übel, die Neuenhofer sind begeistert nach seinem Auftritt.

Die beiden Gemeinden - das aargauische Neuenhof und Holzgerlingen, die deutsche Partnerstadt aus der Nähe von Stuttgart - verstehen es, herzlich miteinander umzugehen. Überall sieht man die deutsche Fahne neben dem Schweizer Kreuz im Wind flattern, und die leuchtenden Westen der Helfer tragen das Festmotto «25 Jahre Partnerschaft Holzgerlingen - Neuenhof» auf den Rücken.

616 Jahre Neuenhof

Aber nicht nur die Partnerschaft, auch 616 Jahre Dorfbestehen von Neuenhof wurde ausgiebig gefeiert. Vielleicht war dies das letzte eigenständige Dorffest für Neuenhof. In Zukunft wird die Gemeinde politisch wahrscheinlich zu Baden gehören, darüber wird aber noch das Stimmvolk entscheiden. Trotz der Fusion: Die Feuerwehr erhielt zwei neue Fahrzeuge, die auf dem Dorfplatz eingeweiht wurden. Die Brandbekämpfer nutzten die Gelegenheit und zeigten den interessierten Zuschauern, wie sie im Ernstfall agieren würden.

Tragischer Zwischenfall

Leider ereilte die Festgemeinschaft während des Festakts eine kleine Tragödie: Eine Besucherin aus Holzgerlingen hatte sich mit heissem Wasser verbrüht und musste in das Kantonsspital gebracht werden. Der Vizekommandant der Neuenhofer Feuerwehr, Leo Ulrich: «Es geht ihr den Umständen entsprechend gut. Sie ist ansprechbar und befindet sich mittlerweile zurück in Deutschland. Wir wünschen ihr auf jeden Fall alles Gute!»

«Ein gutes Fest!»

Was war denn nun für die Neuenhofer das Beste an diesem Fest? Für Raffaele Briamonte, stellvertretender Gemeindeschreiber, war der Auftritt der Isarthaler Hexen eindeutig einer der Höhepunkte. Auf die Frauenband schienen sich noch mehr Besucher zu freuen. Einer der Feiernden war überzeugt: «Von mir aus können die immer wieder kommen, die Holzgerlinger. Auf jeden Fall gibt es dann mit Sicherheit wieder ein gutes Fest!», freute er sich und machte sich auf den Weg ins nächste Festzelt.

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